Acht Schulen im Ilm-Kreis auf Stufe Gelb

Ilm-Kreis.  Landrätin fordert gestaffelte Pausenzeiten, feste Lerngruppen und festes Lehrpersonal.

Der Blick auf die derzeit verwaiste Robert-Bosch-Schule in Arnstadt. Sie ist noch bis 24. November wegen Corona-Infektionen geschlossen.

Der Blick auf die derzeit verwaiste Robert-Bosch-Schule in Arnstadt. Sie ist noch bis 24. November wegen Corona-Infektionen geschlossen.

Foto: Hans-Peter Stadermann

Die Situation in den Schulen im Ilm-Kreis ist weiter angespannt. Es sind noch immer neun Einrichtungen betroffen – die Corona-Infektionen sind weiter hoch, die Quarantäne hält an.

Nachdem etliche Schulen im hiesigen Kreis mit Corona-Infektionen von Schülern und Lehrern kämpfen müssen, hat das Bildungsministerium endlich gehandelt. Die vom Infektionsgeschehen betroffenen Schulen sind nun auf Stufe Gelb gesetzt. Das bedeutet, dass ein „eingeschränkter (Präsenz-)Betrieb mit erhöhten Infektionsschutzmaßnahmen“ stattfindet.

„Um auch in Zukunft Schule zu ermöglichen, ist es dringend notwendig, zu handeln. Um den Schulbetrieb sichern zu können, braucht es zum jetzigen Stand andere Konzepte für den Unterricht und das Zusammenkommen in der Schule – gestaffelte Pausenzeiten, feste Lerngruppen, festes Lehrpersonal“, fordert Landrätin Petra Enders (pl).

Folgende Schulen sind im hiesigen Kreis aus Stufe Gelb gesetzt: Montessori-Schule „Emil Petri“ in Arnstadt bis 23. November, Staatliches Berufsschulzentrum Arnstadt-Ilmenau bis 20./29. November, Förderzentrum „Pestalozzi“, Standort Arnstadt, bis 20. November, Lindenberg-Gymnasium Ilmenau bis 24. November, Grundschule „Am Stollen“ Ilmenau bis 27. November, Grundschule Holzhausen im Amt Wachsenburg bis 26. November, Goetheschule Ilmenau bis 26. November, Grundschule Großbreitenbach bis 27. November. Die durch das Gesundheitsamt des Ilm-Kreises geschlossene Robert-Bosch-Schule in Arnstadt bleibt bis 24. November auf Stufe Rot.

Schulleiterin Margitta Smarczewski sehnt sich danach, in der kommenden Woche die Pforten ihrer Einrichtung wieder zu öffnen. Nichtsdestotrotz stehe die Gesundheit von Kindern und Lehrer an erster Stelle. Aktuell arbeiten die Schüler über ein eigenes Portal der Schule. Dort können sie sich die Aufgaben herunterladen, erledigen und per Mail an den entsprechenden Fachleiter schicken. „Ich bin stolz auf die Schüler, dass sie die Aufgaben so gut erledigen.“

Dennoch fürchtet die Schulleiterin, dass die Kinder und Jugendlichen nicht so viel lernen wie im normalen Unterricht.

An Goetheschule Ilmenau wird Lüftungssystem getestet

Margitta Smarczewski kann sich auch nicht erklären, warum die Corona-Infektionen plötzlich so in die Höhe geschossen sind. Sie hätten ein ordentliches Hygienekonzept gehabt, auf klassenübergreifenden Unterricht sowie auf Arbeitsgemeinschaften verzichtet. Neun Woche sei es gut gegangen, nun ist die Schule geschlossen.

„Auch die Eltern tragen die Entscheidung mit, es gibt keinerlei Beschwerden“, ist die Schulleiterin sichtlich erleichtert. Denn die Gesundheit würde eben doch an erster Stelle stehen.

In einem Gespräch mit Staatssekretärin Julia Heesen hat die Landrätin mit Blick auf das Infektionsgeschehen im Ilm-Kreis eindringlich darauf aufmerksam gemacht, allen Schulen mehr Handlungsspielraum zum Schutz der Schüler und Lehrer zu geben.

„Denn Schulen bilden derzeit den Infektionsschwerpunkt bei uns. Das Gespräch hat dazu geführt, dass zumindest ein Teil der Schulen, die von Infektionen betroffen sind, für einen befristeten Zeitraum auf Gelb gesetzt wurden.“

Um künftig das ständige Lüften zu minimieren, ist die Ilmenauer Goetheschule ausgewählt worden, die neuen Lüftungssysteme zu testen. In den kommenden zwei Wochen sollen die Geräte kommen und in einem bereits ausgemessenen Raum angebracht werden.

Es sei nachgewiesen, dass durch die Umwälzung der Luft die Corona-Viren gefiltert werden, erklärt Robby Krämer, stellvertretender Schulleiter, der zudem die Gelb-Einstufung der Schulen als „richtige Tendenz“ bezeichnet.