Dampflok "huckepack" nach Crispendorf transportiert

Leo70 aus Rittersgrün ist am Sonnabend im Ferienland Crispendorf eingetroffen und kann beim Eisenbahnfest im Ferienland schnaufend erlebt werden.

Die Dampflok "Leo70" trifft im Ferienland Crispendorf ein.

Die Dampflok "Leo70" trifft im Ferienland Crispendorf ein.

Foto: zgt

Crispendorf. Sie bringt um die vier Tonnen auf die Waage, muss aus dem kalten Zustand drei Stunden vor der ersten Fahrt angeheizt werden und kommt mit Steinkohle so richtig auf Touren – die Schmalspurdampflok "Leo70" aus Rittersgrün, die am Sonnabend huckepack auf einem Abschleppwagen im Ferienland Crispendorf angekommen ist.

"Wir haben bereits in Dresden bei der Parkeisenbahn die Erfahrung gemacht, dass viele Kinder Dampfloks gar nicht mehr kennen. So ein Fahrzeug ist schon etwas besonderes, von der Art gibt es nicht viele", machte Stefan Mühle vom Ferienlandeisenbahn Crispendorf e.V. neugierig auf dieses Highlight des 2011er Eisenbahnfestes. Mit 120 Kilo Steinkohle hat man sich bereits bevorratet. Erstmals angeheizt wurde "Leo70" bereits gestern für eine Fotofahrt.

Extra für die Ankunft der Lok, die am 1. Januar 2009 ihre Jungfernfahrt mit Gästen hatte, wurde der Verladeplatz auf dem Areal auf Vordermann gebracht. Die Schienen dort liegen jetzt bis oben hin in einem Schotterbett, so dass man dort einen Lkw ordentlich in Position bringen kann.

So geschehen auch vorigen Sonnabend. Lok-Führer und Leo-Eigentümer Sylvio Ebersbach hatte das Rangieren des Transporters sicher im Blick. Als die Lok samt der Schienen auf dessen Pritsche passend zu den Gleisen unten stand, wurden die Sicherungen gelöst und die Ladefläche angekippt. Dann waren bei den Eisenbahnern Muskelkraft, ein gutes Auge, aber auch Millimeterarbeit beim Einpassen des Schienen-Zwischenstücks gefragt. Noch durch die Seilwinde gesichert, bewegte sich "Leo70" schließlich langsam vom Transporter herunter. Da der Gast aus dem Erzgebirge zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht unter Dampf stand, wurde er hinterher durch eine Diesellok – gesteuert von Thomas Bitter – in Richtung Lokschuppen geschleppt.

Geschichtlich gesehen muss man "Leo70" bei den Feldbahnlokomotiven einordnen. "Reine Arbeitsmaschinen, die beim Autobahnbau, in Ziegeleien und auch Steinbrüchen eingesetzt wurden", wusste Sylvio Ebersbach. Vom Bau der A72 soll nach seinen Worten sogar noch ein Foto mit einer solchen Feldbahnlok vorhanden sein, deren exakter Typ aber nur schwer zu bestimmen ist. Fünf originale Maschinen dieser Baureihe (alle mit acht bis elf PS) soll es einmal gegeben haben. Außer einigen Bildern ist von ihnen aber nichts mehr vorhanden. "Dann soll noch mal eine beim Dammbau in Flöha gesehen worden sein. Das war aber schon in den 1950er Jahren", erfuhr OTZ von Lokführer Ebersbach, der sich hobbymäßig diesen Schmalspurbahnen verschrieben hat.

In Aktion erleben kann man "Leo70" am Wochenende zum Eisenbahnfest im Ferienland. Sonnabend und Sonntag startet z.B. jeweils um 13 Uhr eine große Fahrzeugparade – für welche die Organisatoren neben der Präsenz von "Maja" und "Crispi" auch die Diesellok eines privaten Sammlers aus Nordrhein-Westfalen und das Schienenmoped eines Sammlers aus Plauen ankündigten.

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