Zahl der Temposünder sinkt: Jena will Blitzer woanders aufstellen

In der Blitzerhauptstadt Thüringens haben sich die Autofahrer an die stationären Radarfallen gewöhnt: Die Zahl der durchschnittlich erfassten Temposünden ging stark zurück, wie Finanzdezernent Frank Jauch (SPD) der OTZ sagte.

Blitzer an der Eisenberger Straße Foto: Tino Zippel

Foto: zgt

Jena. Demnach seien nach Inbetriebnahme im August 2012 an jeder der acht Säulen im Stadt­gebiet monatlich 936 Temposünder registriert worden. 2013 sank die Fallzahl bereits auf 674 pro Monat. Im ersten Halbjahr 2014 zeichnet sich ein weiterer Rückgang ab. 437 Mal im Monat lösten die Blitzer im Schnitt aus.

"Das spricht zum einen für eine diszipliniertere Fahrweise", sagt Jauch. Andererseits wolle er prüfen lassen, ob die Fahrer nur an den Messstellen abbremsen und danach wieder stark beschleunigen. Die Erkenntnisse sollen in die Neuausschreibung des Blitzauftrages einfließen, die Jena gerade vorbereitet. "Möglich wäre, dass wir auf ein flexibleres System setzen."

Diese Anlagen benötigen keine in die Fahrbahn eingelassenen Sensoren mehr und können an mehreren festen Standorten zum Einsatz kommen. Die Stadt könnte mehr feste Kontrollstellen einrichten, aber nicht ständig an allen kontrollieren. Bei der Auswahl der Standorte sollen laut Jauch Daten aus den Lärmaktionsplänen einfließen. Dort, wo nachts aus Lärmschutzgründen nur Tempo 30 erlaubt ist, sollen Blitzer stehen.

Bislang übernimmt die Jenoptik die Tempokontrollen. Für jedes verwertbare Foto erhält der Konzern etwa zwei Euro. Die Blitzer sind an der Stadtrodaer Straße, an der Eisenberger Straße, an der Rudolstädter Straße und im Löbdergraben jeweils in beiden Richtungen aufgestellt. Zudem hat die Stadt mobile Blitzer im Einsatz. Finanzer Jauch rechnet in diesem Jahr mit 600.000 bis 800.000 Euro Erlös für den Stadthaushalt.

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