Azmannsdorfer bauen einen Naturlehrpfad für Kinder

Azmannsdorf.  Am Rand von Azmannsdorf leben Bienen, Kühe, Eidechsen und Fische. Kinder der Region sollen die heimische Natur bei einem Rundgang entdecken

Schöne Aussichten: Azmannsdorfs Ortsteilbürgermeister Jens Bose hat in der Waldschenke am Bürgerwäldchen Platz genommen.

Schöne Aussichten: Azmannsdorfs Ortsteilbürgermeister Jens Bose hat in der Waldschenke am Bürgerwäldchen Platz genommen.

Foto: Holger Wetzel

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Im Karpfenteich von Azmannsdorf leben keine Karpfen. Es ist auch kein Teich. Tatsächlich war der Altarm des Linderbaches, der diesen Namen trägt und in den eigentlichen Linderbach mündet, in den letzten Jahren unter einer Schicht aus Schlamm und Gestrüpp nahezu in Vergessenheit geraten. Jetzt haben ihn die Bürger wieder erlebbar gemacht.

Der Bachlauf liegt am Rand eines rund 1,5 Kilometer langen Naturlehrpfades, den der neue Azmannsdorfer Ortsteilrat ersonnen und zu großen Teilen schon umgesetzt hat. Mit einem Arbeitseinsatz am Samstag sollen die Arbeiten am Rundweg abgeschlossen werden. Die Eröffnung ist für das Frühjahr geplant.

Weg führt an Blühwiese und Eidechsenhotel vorbei

„Mit dem Rundweg um den Ort wollen wir den Kindern aus den umliegenden Kitas und Schulen die heimischen Pflanzen und Tiere näherbringen“, sagt der Ortsteilbürgermeister Jens Bose. Der Weg führt an einem Bauernhof mit Kühen, am Bürgerwäldchen, am Karpfenteich, an einer Blühwiese, an einem steinernen Eidechsenhotel und an einem Imker vorbei zu einem Angelgeschäft im Ort und schließlich zum Bürgerhaus.

An jeder Station sollen die Kinder die ortsspezifischen Biotope entdecken und im Gespräch mit dem Bauern, dem Imker oder dem Angler viel über die heimische Natur lernen. Am Bürgerhaus können sie Quizbogen ausfüllen und in einen Briefkasten werfen – zum Fest der Vereine winken dann Preise für die richtigen Antworten.

Der Rundweg ist aus bestehenden Wegen und Pfaden zusammengesetzt. Nach der Konzeptphase und den Gesprächen mit den Partnern an den geplanten Stationen begannen die praktischen Arbeiten im Dezember mit dem Bau einer Waldschenke am Bürgerwäldchen.

Am Bürgerwäldchen steht ein grünes Klassenzimmer

Die Waldschenke soll den Kindern als grünes Klassenzimmer dienen. Aber sie wird bereits jetzt bei schönem Wetter von Familien als Rastplatz genutzt, erzählt Jens Bose. Für den Bau taten sich Feuerwehr und Heimatverein zusammen, das Geld für den Bausatz stammt aus den Ortsteilmitteln.

Noch deutlich aufwendiger war die Wiederherstellung des Karpfenteiches. Der Bachlauf musste freigeschnitten und vom Schlamm befreit werden. Zwei Kopfweiden wurden beschnitten. Der getrocknete Schlamm wurde abgefahren. Bei einer Müllsammelaktion kam eine ganze Multicar-Ladung voller Abfall zusammen.

Arbeitseinsätze stärken die Dorfgemeinschaft

Sieben Arbeitseinsätze haben bisher allein am Karpfenteich stattgefunden. „Jeden Samstag machten zehn bis 15 Leute mit“, sagt Bürgermeister Bose. Dabei habe ihn besonders die Altersmischung gefreut, die von zehn bis über 60 Jahre reichte. „Viele sind dazugekommen und haben Hilfe angeboten“, sagt Bose. „Das trägt auch zum Wachsen der Dorfgemeinschaft bei.“

Zudem wurde der Wirtschaftsweg in Richtung Linderbach gesäubert. Den daneben verlaufenden Graben legten Mitarbeiter von der Gewässerunterhaltung frei, wie überhaupt das Umwelt- und das Gartenamt den Arbeiten mit Rat und Tat zur Seite standen, sagt Bose. Einen gewaltigen Anteil an den Arbeiten hätten auch Firmen aus der Region gehabt, die etwa Werkzeuge und Fahrzeuge zur Verfügung stellten.

Am Samstag sollen noch Uferbereiche des Karpfenteiches mit Holzschredder abgedeckt werden. Später im Jahr sind noch das Aufstellen der bereits fertigen Infotafeln, eine Taststrecke mit Rinden verschiedener Baumarten und das Anbringen von Papierkörben geplant. „Wir wollen die Kinder auch zum Thema Müll in der Natur sensibilisieren“, sagt Jens Bose.

Fehlt noch die Aufklärung zum Karpfenteich: Woher stammt der Name? „Es gab mal einen Versuch, dort Karpfen zu züchten“, sagt der Bürgermeister. „Aber das Wasser hat sich als zu kalt herausgestellt.“

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