Beuersche Wehr feiert 125-jähriges Jubiläum ohne Nachwuchssorgen

Beuren  Floriansjünger freuen sich über viele Gratulanten und das gute Miteinander der örtlichen Vereine

Joachim Schönekäs (li) und seine Mitstreiter vergaßen beim Jubiläum auch andere nicht und bedankten sich bei der Breitenhölzer Wehr und dem DRK für die Zusammenarbeit.

Joachim Schönekäs (li) und seine Mitstreiter vergaßen beim Jubiläum auch andere nicht und bedankten sich bei der Breitenhölzer Wehr und dem DRK für die Zusammenarbeit.

Foto: Marion Franke

Seit 125 Jahren hat Beuren eine Freiwillige Feuerwehr, und nicht nur für die Frauen und Männer, die hier aktiv sind, war das am Pfingstsonntag ein Grund zum Feiern, sondern für das ganze Dorf. Denn den ehrenamtlichen Dienst wissen die Einwohner zu schätzen. Und so mangelte es weder an Gratulanten noch an kleinen und großen Gästen, die den Geburtstag als Dankeschön an die Floriansjünger mitfeierten.

Aktuell zählt die Einsatzabteilung der Wehr 46 Mitglieder, die Jugendwehr zehn, und mit 13 wartet die Alters- und Ehrenabteilung auf. „Während man sich mancherorts im Eichsfeld Gedanken über die Nachwuchsgewinnung macht, ist das bei uns nicht der Fall“, sagt Wehrführer Joachim Schönekäs, und ein bisschen Stolz merkt man ihm bei diesen Worten schon an. Nachrücker es aus der Jugendwehr gebe es immer wieder. „Die einen wachsen in der Familie quasi mit der Wehr auf, es gibt aber auch andere, die sich gern für die Gemeinschaft engagieren.“

Es ist aber nicht nur der Zusammenhalt in den eigenen Reihen, auch zu den anderen Vereinen im Dorf unterhalten die Feuerwehrleute enge Verbindungen. „Wir unterstützen uns gegenseitig“, nennt der Feuerwehrchef einen Grund, warum das Miteinander bestens funktioniert. Und Joachim Schönekäs hat auch gleich ein Beispiel parat: das „Turmblasen“, das als Weihnachtsmarkt begangen wird. Der Erlös, der bei der Veranstaltung zusammenkommt, geht entweder an die Vereine oder wird für einen guten Zweck gespendet.

Da wunderte es am Sonntag auch nicht, dass die Freunde gern der Einladung zum Jubiläum gefolgt waren. Und bei dem herrschte echte Feststimmung.

Der Alltag der Feuerwehrfrauen und -männer ist allerdings ein anderer. Im vergangenen Jahr rückten die Floriansjünger rund 50 Mal aus. „So viele Einsätze hatten wir noch nie“, sagt Joachim Schönekäs. Ob nach Unwettern, zu Bränden, Verkehrsunfällen, zu Feldbränden oder technischen Hilfeleistungen – wenn es ernst wurde, konnte man sich auf die schnellen Helfer verlassen.

„Zugenommen haben bei uns auf jeden Fall die Einsätze nach Unwettern, und die sind zeitintensiv“, lautet die Bilanz des Wehrführers, der sich gut an die letzte Schlammlawine erinnern kann, die gar nicht lange zurückliegt. Und auch die Situation nach Orkantief Friederike 2018 hat Joachim Schönekäs noch vor Augen, denn da riss der Sturm nicht nur Ziegel vom Kirchendach, auch an neun anderen Einsatzorten war Hilfe gefragt, unter anderem mussten umgestürzte Bäume von der Straße zum Scharfenstein geräumt werden. „Wir sind auch für die Burg zuständig“, erklärt der Mann, der mit der Feste auch schöne Erinnerungen verbindet. Erst vor eineinhalb Wochen sicherten die Kameraden das In Extremo-Konzert ab.

Nun wurde aber selbst gefeiert – mit einem Festgottesdienst, Frühschoppen, Kaffeetafel und einem Familiennachmittag, bei dem die Kinder auf ihre Kosten kamen, aber auch wie die kleinen Tanzmäuse des Beuerschen Carnevalvereins zeigten, was sie können. Testen durften die Besucher derweil ihre Geschicklichkeit bei einem Jenga-Spiel, wobei die Erwachsenen zum Spreizer greifen konnten. Den Geburtstag krönte schließlich am Abend eine Feuershow der Night Fire Dragons.

Und wenn es schon so einen besonderen Geburtstag gibt, gibt es dann auch Wünsche? „Als Ortsfeuerwehr sind wir gut aufgestellt“, sagt Joachim Schönekäs bescheiden. Sicher, das 21 Jahre alte Feuerwehrauto sei schon etwas in die Jahre gekommen, das Gerätehaus wurde 1996 erbaut und die Wehr habe auch noch einen Schlauchturm, in dem die nassen Schläuche getrocknet würden. Doch dafür, so meint der Wehrführer, hätte man jetzt einen neuen Mannschaftstransportwagen bekommen. Und dass sich sonst noch einiges tun wird, davon geht er einfach aus.

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