Die Elefantenanlage im Erfurter Zoopark ist bereit für Chupa, Safari und den Bullen Kibo

Erfurt. 8,3-Millionen-Bau offiziell eröffnet. Erfurter Elefanten sollen am 29. September umziehen. Bulle kommt aus Wien. Heute Besichtigung möglich

Gäste der Eröffnung besichtigten am Freitag die bereits bewohnten Terrarien der Elefantenanlage. Foto: Marco Schmidt

Gäste der Eröffnung besichtigten am Freitag die bereits bewohnten Terrarien der Elefantenanlage. Foto: Marco Schmidt

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Elefanten waren am Freitag nicht in der neuen Elefantenanlage des Erfurter Zooparks. Doch mit zahlreichen Politikern und Zoodirektoren unter den knapp 200 Besuchern wimmelte es zur Eröffnung durchaus von großen Tieren.

Sie alle hörten, dass die zehnjährige Chupa und die 43-jährige Safari am 29. September von der alten in die neue Anlage umziehen sollen. Die zuständige Dezernentin Kathrin Hoyer (Grüne) erzählte aus Safaris Jugend: Damals liefen die Elefanten täglich zwischen der Anlage und ihrem Schlafquartier, dem heutigen Bauernhof, hin und her.

Heute ist dies wegen der Sicherheit nicht mehr möglich: Die Elefanten werden am 29. September mit Hilfe von Containern, Kran und Lkw verlegt.

"Wir wollen Afrikanische Elefanten züchten", erinnerte Hoyer an das Ziel, das durch die Anlage erreicht werden soll. Bei dem dazu nötigen Bullen handelt es sich nach unseren Informationen um den achtjährigen Kibo aus Wien-Schönbrunn.

Vielleicht in diesem, vielleicht aber erst im nächsten Jahr soll er nach Erfurt kommen. Derzeit läuft noch ein Medizincheck. Vor dem Transport soll zudem ein Erfurter Pfleger einige Woche in Kibos Nähe verbringen, damit der Jungbulle sich an eine Bezugsperson gewöhnen kann.

Auf Kibo, Chupa und Safari wartet eine 15"000 Quadratmeter große Anlage, "die in Deutschland ihresgleichen sucht", wie Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) sagte. Ausgelegt ist sie für einen Bullen, sieben Kühe und Jungtiere. Der Kostenrahmen von 8 Millionen Euro wurde nach Angaben der Stadt um 300"000 Euro (3,75 Prozent) überschritten. Wegen archäologischer Funde und einem strengen Winter verzögerte sich die Fertigstellung um sechs Monate.

Der OB erinnerte daran, dass sowohl die Investition als auch der Betrieb des Zoos allein von der Stadt getragen werden. "Nach der Ega ist der Zoo die meistbesuchte Kultureinrichtung Thüringens", meinte er. "Die Diskussion, ob von Seiten des Freistaats eine Unterstützung erfolgen sollte, werden wir weiterführen", so Bausewein.

In Stuttgart zahlt das Land und fordert Geld von der Stadt, sagte Ex-Zoodirektor Thomas Kölpin. Er führt den Stuttgarter Zoo Wilhelma, seit er Ende letzten Jahres Erfurt kurzfristig verlassen hatte. "Eine Kooperation zwischen Stadt und Land wäre die beste Lösung", meinte auch er und erzählte dann, dass er in Stuttgart gerade eine neue Elefantenanlage plane. Mit etwas mehr Geld als in Erfurt.

Noch als Privatgast wohnte Sabine Merz der Eröffnung bei. Wenn sie am 1. Oktober das Zoodirektoren-Amt übernimmt, wolle sie dem zuletzt nicht mehr ganz unstrittigen Konzept vom "Zoo der großen Tiere" treu bleiben, sagte sie unserer Zeitung. "Der Stadtrat hat es so beschlossen, und auch ich komme daher", sagte sie mit Verweis auf ihre Erfahrung mit Großtieren.

Für die neue Elefantenanlage hatte Merz nur Lob übrig. "Das ist ein Riesen-Ding", sagte sie.

Am heutigen Samstag kann die neue Elefantenanlage einmalig von der Öffentlichkeit besichtigt werden. Eintritt laut Tarif.

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