Ein Los entscheidet über den neuen Beigeordneten in Sömmerda

Sömmerda  Abstimmung zum 1. Stellvertreter des Bürgermeisters fällt zugunsten von Christian Karl aus. Bastian Wulf nach Patt-Situation zum 2. Beigeordneten ernannt

Ralf Hauboldt überreicht dem neugewählten 1. Beigeordneten, Christian Karl seine Urkunde.

Ralf Hauboldt überreicht dem neugewählten 1. Beigeordneten, Christian Karl seine Urkunde.

Foto: Jens König

Die Körpersprache war eindeutig: Auf diese Aufgabe hätte Ralf Hauboldt (Linke) gern verzichtet. „Ein bescheuertes Gefühl“, bekannte er denn auch. Da er in dem Moment aber Stadtratsvorsitzender war (der neue war noch nicht bestimmt), fiel dem Bürgermeister in der ersten Sitzung des neuen Sömmerdaer Stadtrates die Aufgabe zu, seinen 2. Beigeordneten per Losentscheid zu wählen.

Zuvor hatten die beiden Kandidaten Bastian Wulf (CDU) und Stefan Wiebach (Linke) bei der Abstimmung jeweils 12 Stimmen erhalten. Laut Thüringer Kommunalordnung müsse in diesem Fall das Los entscheiden, erläuterte Hauptamtsleiter Christian Haase.

Hauboldt rührte eine ganze Weile in dem Karton mit den beiden neutralen Losen herum und zog dann schließlich ein Los heraus. Auf dem Zettel stand Bastian Wulf.

Damit kommt auch der 2. Beigeordnete des Bürgermeisters aus den Reihen der CDU, denn bei der Wahl zum 1. Beigeordneten hatte sich zuvor Christian Karl (CDU) mit 13 zu 11 Stimmen gegen Stefan Wiebach durchgesetzt.

Und auch den dritten Posten sicherte sich die Union. Für den Stadtratsvorsitz standen Burkhard Zeidler (CDU) und Evelyn Sänger-Jenner (Linke) zur Wahl. Zeidler, seit 29 Jahren Mitglied im Stadtrat und in der vergangenen Legislaturperiode 2. Beigeordneter, entschied die Abstimmung mit 15 zu 9 Stimmen für sich. Lediglich der stellvertretende Stadtratsvorsitzende kommt nicht aus den Reihen der CDU-Fraktion. Hier ging Matthias Werner (Sömmerdaer Bürgerbündnis) mit 13 Stimmen gegen Matthias Finger (Grüne) mit 11 Stimmen als Sieger aus der Wahl hervor.

Hauboldt gratulierte, verteilte Urkunden und Blumen und vereidigte die Beigeordneten.

Die Hände aller Stadträte geschüttelt hatte er schon zu Beginn der Sitzung bei deren Verpflichtung. Erstmals in dieser Konstellation zusammengekommen, mussten sich alle zunächst orientieren. Wobei sich die Sitzordnung der Fraktionen im Wesentlichen nicht verändert hat. Nur am Tisch, an dem bisher ein NPD-Stadtrat saß, nehmen nun die drei Stadträte der AfD die Plätze ein. Am Tisch der Grünen blieb ein Platz leer, Elke Zepter fehlte entschuldigt.

Fraktionen gebildet

Im Vorfeld war ihm schon mitgeteilt worden, dass sich verschiedene Fraktionen gegründet haben, teilte der Bürgermeister mit. Die Fraktion Die Linke hat als Fraktionsvorsitzenden Stefan Wiebach und als Stellvertreter Christian Güttel und Evelyn Sänger-Jenner benannt. Die CDU/FDP-Fraktion wird geführt von Henning Schwittay und dem Stellvertreter Andreas Höhne. Die AfD-Fraktion benannte Torsten Czuppon als ihren Vorsitzenden, Hagen Gärtner und Sven Röbbenack sind die Stellvertreter. Das Sömmerdaer Bürgerbündnis (SBB) und die Bürgerinitiative Sömmerda (BIS) bilden ebenfalls eine Fraktion und vergeben ihren Vorsitz wie schon in der vergangenen Legislaturperiode nach dem Rotationsprinzip. Derzeit ist Uwe Remus (BIS) der Fraktionsvorsitzende und Matthias Werner (SBB) sein Stellvertreter.

Ebenfalls im Stadtrat (allerdings nicht stimmberechtigt) sind die Ortsteilbürgermeister. Die am 26. Mai neu gewählten werden in der nächsten Stadtratssitzung am 4. Juli in ihrem Ehrenamt vereidigt. Dann wird der Stadtrat auch seine Geschäftsordnung und die Hauptsatzung beschließen, kündigte Ralf Hauboldt an.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.