Ein Radweg in die Stadt fehlt

Salomonsborn  Ortsteilbürgermeister vorgestellt Für Doreen Landherr spielt das gemeinschaftliche Leben eine große Rolle

Salomons Ortsteilbürgermeisterin

Salomons Ortsteilbürgermeisterin

Foto: Lydia Werner

„Lebens- und liebenswert“ – so sieht Doreen Landherr Salomonsborn. Und rund um diese Eigenschaften will die neue Ortsteilbürgermeisterin ihre Arbeit in dieser Funktion stricken. Sie wünscht sich mehr generationenübergreifende Angebote, wobei die Älteren auf keinen Fall vergessen werden dürfen. Es soll aber auch für Familien mit Kindern gesorgt sein, denn die werden seit ein paar Jahren wieder mehr in dem Erfurter Ortsteil westlich der Kernstadt.

„Viele wissen die Kombination von Stadtnähe und ländlichem Leben zu schätzen“, sagt sie. Darum gelte es, Angebote des Öffentlichen Personennahverkehrs mindestens zu halten, möglichst noch zu verbessern. Was ihr sehr am Herzen liegt: „Wir brauchen einen Radweg in Richtung Stadt. Die Marbacher Chaussee ist für Radfahrer gefährlich. Statt der zu schmalen Straße müsse es für Radfahrer eine lückenlose Strecke geben, auf der sie in die Innenstadt gelangen.

Doreen Landherr ist die Tochter der vorigen Ortsteilbürgermeisterin Karin Landherr. „Das sind Fußstapfen“, sagt sie lächelnd, wenn sie darauf angesprochen wird. Doch sie hat genaue Ideen, was sie in Salomonsborn bewirken möchte.

Die 49-jährige Projektingenieurin ist beschäftigt beim Landesamt für Bau und Verkehr. Als die gebürtige Erfurterin vor etwa einem Jahr wieder in Salomonsborn sesshaft wurde, dachte sie noch mit keiner Silbe an eine Kandidatur. „Spontan, aber sehr bewusst“ hat sie sich entschieden. Weil sie sich in Salomonsborn wohlfühlt, es immer die persönlichen Bindungen gab und auch, weil sie sehr genau wusste, was sie im Falle der Wahl als Ortsteilbürgermeisterin erwarten würde.

Die Stichwahl hatte sie nach „einem fairen und offenen Wahlkampf“ knapp für sich entscheiden können. Der Unterschied zwischen den Bewerbern, die draußen im Schaukasten vor dem Bürgerhaus sogar beide gemeinsam für die Teilnahme an der Stichwahl geworben hatten, machte gerade einmal sechs Stimmen aus. Und ihr Mitbewerber sitzt auch im Ortsteilrat.

Sie verspricht sich ein „spannendes Arbeiten“ mit dem ebenfalls neu gewählten Ortsteilrat. Fünf von acht Mitgliedern sind neu in der Runde. Die erste Sitzung des Ortsteilrats ist für den 22. August anberaumt. „Der alte Ortsteilrat hat uns aber alles sehr gut übergeben“, sagt Doreen Landherr. Auch zwischen ihrer Mutter Karin Landherr und ihr hat sich der Wechsel reibungslos vollzogen.

Die finanziellen Dinge von Salomonsborn sind geklärt. Auch für das Brunnenfest ist alles geregelt – am 7. September soll es über die Bühne gehen. Abgesehen von kleinen Reparaturen ist das Straßennetz in gutem Zustand, das Kanalnetz auch. Die Maßnahmen für den Hochwasserschutz wurden umgesetzt. Es steht also gerade nichts Größeres an. In den letzten Zügen liegt der zweite Bauabschnitt des Bürgerhauses. Das alles haben noch die Vorgänger in die Wege geleitet.

Wichtig ist Doreen Landherr, die ortsansässigen Unternehmen zu unterstützen. In dem Ortsteil mit rund 1150 Einwohnern sind das ein kleiner Agrarbetrieb, Gaststätte und Pension. Als Basis für ein gutes Gemeindeleben gilt für sie auch das Zusammenarbeiten mit den Vereinen, das gemeinschaftliche Miteinander. Beim Brunnenfest ist das als nächstes gefragt. Kirmesverein, Sportverein, Kirchenförderverein und die Kinderkiste Marbach-Salomé, ein Verein für Kinder- und Jugendhilfe, mischen mit.

Sprechzeit im Bürgerhaus ist jeden zweiten und vierten Donnerstag des Monats ab 16 Uhr. Wie bisher auch. Die Internetseite von Salomé wurde von der Datenschutzverordnung quasi lahmgelegt und soll demnächst wieder aufleben. „Wir wollen eine Variante mit der Stadtverwaltung suchen, andere Ortsteile machen das ja auch.“ Was ununterbrochen funktioniert hat, ist die kleine Ortszeitschrift „Infoborn“. Vereine und Einwohner liefern Beiträge. Und immer wenn etwas ansteht, wird er an die Haushalte in Salomonsborn verteilt. „Das kommt gut an“, weiß Doreen Landherr. Und an der „Bergkreiszeitung“, der Stimme der Bergkreisdörfer, will sie auch mitarbeiten. Der Informationsfluss ist also gesichert.

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