Feuerwehren befürchten Engpässe bei Schutzkleidung

Erfurt.  Quarantäne-Fälle wie in Neustadt könnten auch Freiwillige Feuerwehren dazu zwingen, Schutzkleidung anzulegen. Doch daran mangelt es.

Auch Feuerwehrleute in Neustadt am Rennsteig sorgen derzeit dafür, dass das unter Corona-Quarantäne stehende Dorf nicht befahren werden darf. Wenn sie selbst dort im Einsatz wären, müsste das in der Regel mit zusätzlichem Schutz geschehen.

Auch Feuerwehrleute in Neustadt am Rennsteig sorgen derzeit dafür, dass das unter Corona-Quarantäne stehende Dorf nicht befahren werden darf. Wenn sie selbst dort im Einsatz wären, müsste das in der Regel mit zusätzlichem Schutz geschehen.

Foto: Sascha Fromm

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Medizinische Schutzkleidung bei den Freiwilligen Feuerwehren in Thüringen ist Mangelware in Zeiten der Coronakrise. Der Umstand, vor dem schon das DRK Rettungsdienst gewarnt hatte, trifft auch für die Thüringer Feuerwehren zu.

„Die entscheidende Frage ist, wie weit wir mit der Schutzkleidung kommen“, warnt Andreas Kascur, Landesvorsitzender der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft in Thüringen. Gerade die Berufsfeuerwehren stehen im Fokus, weil deren Kräfte auch im Rettungsdienst eingesetzt werden. „Wir brauchen die Schutzkleidung bei infektiösen Patienten zwingend“, sagt Kascur. Deshalb müsse eine lückenlose Nachbeschaffung organisiert werden.

Ähnlich blickt der Landesfeuerwehrverband auf das Thema. Er hat vor allem die Situation bei den Freiwilligen Feuerwehren im Blick. „Wir sind erstmal ausgestattet“, sagt Verbandssprecher Karsten Utterodt auf Anfrage. Allerdings: Ein Blick zur Gemeinde Neustadt am Rennsteig, die derzeit komplett unter Corona-Quarantäne steht, zeigt, wie schnell die Lage sich zuspitzen könnte – denn bei einem Einsatz dort müssten die Einsatzkräfte Schutzanzüge tragen.

Bisher sei es, heißt es aus dem Innenministerium auf Nachfrage, generell nicht vorgesehen, Freiwillige Feuerwehren für den Transport von Covid-19-Patienten heranzuziehen. Im Innenministerium geht man ohnehin davon aus, dass gerade bei den Freiwilligen Feuerwehren keine größeren Bestände an Schutzkleidung vorhanden sind. Die Ausstattung liege im Zuständigkeitsbereich der Kommunen.

Weil man Engpässe beim medizinischen Personal befürchtet, gilt auch für den Rettungsdienst seit einer Woche, dass vom Landesrettungsdienstplan abgewichen werden kann, was die jährlichen Fortbildungen betrifft. Außerdem werden fortan auch landeseigene Fahrzeuge des Katastrophenschutzes für den medizinischen Transport zugelassen.

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