Fridays For Future: So reagieren unsere Leser auf die Bußgeldbescheide für Eltern

Erfurt  Sanktionen gegen Eltern, deren Kinder an „Fridays For Future“-Demonstrationen teilnehmen, stoßen unter unseren Lesern auf reges Interesse. Die Facebook-Diskussionen laufen auf Hochtouren.

In Mannheim (Baden-Württemberg) hatten vier Familien Bußgeldbescheide in Höhe von 88,50 Euro wegen unentschuldigtem Fehler ihrer Kinder vom Unterricht bekommen. Nach Protesten hob die Stadt die Strafen am Donnerstag allerdings wieder auf. Symbol-

In Mannheim (Baden-Württemberg) hatten vier Familien Bußgeldbescheide in Höhe von 88,50 Euro wegen unentschuldigtem Fehler ihrer Kinder vom Unterricht bekommen. Nach Protesten hob die Stadt die Strafen am Donnerstag allerdings wieder auf. Symbol-

Foto: Georg Wendt/dpa

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Weil ihre Kinder bei Fridays For Future protestierten statt zur Schule zu gehen, sollen Eltern Bußgeld zahlen. Die Betroffenen sind fassungslos. Andere meinen die Schule stünde an erster Stelle und die Bußgelder könnten ruhig etwas höher ausfallen. Auf Facebook löste unser Artikel „Fridays For Future: Erste Bußgeldbescheide für Eltern – bisher keine Sanktionen in Thüringen“ ebenfalls eine rege Diskussion aus.

Torsten Maschauer kommentierte zum Beispiel: „Richtig so!!! Ich muss auch meinen Job erledigen und darf nicht einfach fernbleiben!!! Außer ich hab Urlaub oder bin Krank geschrieben!!!“

Mandy Ebenau meinte dagegen, die Eltern zur Rechenschaft zu ziehen sei nicht fair und schrieb: „Klar, schön Bußgeldbescheid an die Eltern weil die ja auch den ganzen Tag neben den Kindern hocken um zu verhindern, das die an sowas teilnehmen,besser wäre es die Kinder zu bestrafen und nicht die Eltern.“

Andre Worbs äußerte zum Thema: „Hoffe die Strafe ist richtig hoch angesetzt.“

Stefan Kohls hält solche Maßnahmen für längst überfällig: „Eine Gesellschaft die außer Rand und Band geraten ist, muss wieder an Maßstäbe von Recht und Ordnung herangeführt werden. In Thüringen sind solche und ähnliche Maßnahmen längst überfällig.“

Kati Hofmann dagegen ergriff die Partei der Streikenden und schrieb: „Arbeitnehmer und Erwachsene dürfen streiken, Kinder und Jugendliche aber nicht?!“

Florian Fuchsfragt: „Gibts schon ein Spendenkonto für solche Zwecke? Keiner sollte sich durch die Strafdrohungen kleinkarierter Handlanger in den Ämtern davon abhalten lassen, für die Zukunft eines lebenswerten Planeten auf die Straße zu gehen. Da ist Solidarität gefragt. Ein Euro von jedem Unterstützer der Bewegung und die Sanktionsdrohung würde schlagartig verpuffen.“

Für die Beteiligung an Demonstrationen der Klimaschutzbewegung Fridays For Future sind nach Ministeriumsangaben in Thüringen bisher keine Bußgeldbescheide verschickt worden. „Solche Sanktionen sind uns nicht bekannt“, sagte ein Sprecher des Thüringer Bildungsministeriums. Letztlich müssten aber die Schulen die Ordnungsämter einschalten, wenn sie gegen Fehlzeiten von Schülern vorgehen wollten.

„Es sollte jedoch versucht werden, die Schulpflicht und das Engagement für Klimaschutz zu vereinbaren“, so der Ministeriumssprecher. Diese Empfehlung habe das Ministerium auch den Schulen gegeben. „Die Lehrer sollten mit den Schülern über dieses Thema ins Gespräch kommen.“

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