Großer Tag für Kindergarten in Nordhausen – auch ohne Fest

Nordhausen.  Die Salzaer Einrichtung „Brummkreisel“ wurde seit 2017 komplett saniert.

In Nordhausen wurde der Kindergarten "Brummkreisel" seit 2017 komplett saniert, der Förderverein steuerte einen neuen Weidentunnel bei. Nun war offizielle Freigabe. Mit dabei (von links): Steffen Scheibe und Tobias Winkler vom Architekturbüro Winkler sowie Marco Minalga und Heiko Müller vom städtischen Bauamt.

In Nordhausen wurde der Kindergarten "Brummkreisel" seit 2017 komplett saniert, der Förderverein steuerte einen neuen Weidentunnel bei. Nun war offizielle Freigabe. Mit dabei (von links): Steffen Scheibe und Tobias Winkler vom Architekturbüro Winkler sowie Marco Minalga und Heiko Müller vom städtischen Bauamt.

Foto: Kristin Müller

Was für eine Vorfreude auf ein großes Fest: Im Frühjahr schon hatten die Kinder vom Salzaer Kindergarten Brummkreisel Einladungen gemalt. Schließlich war in den vorangegangenen drei Jahren ihr Haus komplett saniert worden. Corona aber machte die Pläne zunichte.

Nachdem auch ein weiterer Termin im Spätsommer für eine Feier pandemiebedingt ausfallen musste, vollzog sich der offizielle Akt der „Freigabe" des Kindergartens am Mittwoch von den hier betreuten 183 Kindern unbemerkt. Während sie Mittag aßen und sich für die Mittagsruhe vorbereiteten, schaute Oberbürgermeister Kai Buchmann (parteilos) zum ersten Mal auf ihr Spielgelände: Neu angelegte Wege schlängeln sich um die – sämtlich erhaltenen – alten Bäume. In einen ist ein Sinnespfad integriert. Ein Weidentunnel steht an dessen Ende. „Der ist vom Förderverein“, freut sich Kindergartenleiter Tobias Erlmeier.

Eine Schaukel kam ebenso hinzu wie eine Balancierstrecke und für die Jüngsten ein „Krabbelforum“. Der Lehmbackofen erhielt ein Dach, die Erlebnismatschstrecke wurde runderneuert, neue Hochbeete entstanden. Die Terrasse hinter dem Haus ist nun ebenerdig zu erreichen. Nahtlos schließen sich Sandspielflächen samt Sonnensegeln an. „Es ist alles da“, meint Kai Buchmann und schwärmt von der Weitläufigkeit des Außengeländes. „Die Stadt braucht sich nicht zu schämen.“

Dämmung senkt den Energiebedarf um rund die Hälfte

Mit Blick auf insgesamt 4,5 Millionen Euro Investitionen in Kindergärten seit 2017 nennt er den Kindergarten Brummkreisel ein „großes Puzzlestück“ innerhalb der Kindergarten-Baustellenlandschaft in der Rolandstadt.

Immerhin mehr als eine Million Euro floss in die Einrichtung. 2017 und 2018 hatten Bauleute drinnen zu tun: Sie erneuerten Bäder und Innentüren, wo nötig bauten sie neue Brandschutztüren ein. Um zusätzliche Krippenplätze zu schaffen, wurde die frühere Senioren-Tagespflege umgebaut. Bis August 2019 schlossen sich die Arbeiten an Dach und Fassade an. Beides wurde mit Steinwolle gedämmt, so dass nun der Energiebedarf um „mindestens 50 Prozent“ niedriger sei als vorher, meint Heiko Müller, Bauamtsleiter im Rathaus. Im Vergleich zu Styropor habe Steinwolle vor allem den Vorteil, dass diese irgendwann nicht teuer als Sondermüll entsorgt werden muss.

Die Fassade erneuerte das Nordhäuser Unternehmen Pichler, die Arbeiten am Dach erledigte eine Mühlhäuser Firma, die Außenanlagen gestaltete ein Unternehmen aus Teutschenthal. Ein Schlosser aus Uder schließlich baute vor einigen Wochen neue Geländer für die Innentreppen ein, die den aktuellen Unfallverhütungsvorschriften entsprechen.

Der beauftragte Architekt Tobias Winkler lobt die Bauleute am Mittwoch ausdrücklich für ihr Entgegenkommen: Während der Kindergarten Domino an der Stolberger Straße vor dem Umbau leergezogen wurde, erfolgten die Sanierungsarbeiten in Salza bei laufendem Betrieb, was unter anderem Zwangspausen in der Mittagsruhezeit mit sich brachte. „Oft wurde auch an den Wochenenden gearbeitet“, erzählt Winkler.

Dass der zweite Bauabschnitt letztlich 100.000 Euro teurer als geplant wurde, liege an den unvorhersehbar gestiegenen Baupreisen, erklärt Bauamtsleiter Heiko Müller. „Unser Bestreben ist, dennoch ein Objekt fertigzustellen und nicht in endlose Bauabschnitte zu zerteilen“, verteidigt er eine entsprechende überplanmäßige Ausgabe Mitte 2019.

Parallel zu den Arbeiten am Kindergarten hatte die Stadt auch den Fußweg vor diesem erneuert und zehn neue Parkplätze geschaffen. Nicht zuletzt entstand für mehr Sicherheit der Kinder eine 30er-Zone im Zuckerweg.