Heiligenstädter Kindergarten bekommt eine bunte Wiese an die Hauswand

Heiligenstadt  Die Pusteblume in Heiligenstadt wird innerhalb der Aktionswoche „Inklusive Kunst am Bauwerk“ verschönert.

Stephan Günther hatte das Projekt am Kindergarten angeleitet. Leiterin Christina Riethmüller-Walter ist mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. Die kleine Klara und Hund Lila gehen jetzt in einen noch schöneren Kindergarten.

Stephan Günther hatte das Projekt am Kindergarten angeleitet. Leiterin Christina Riethmüller-Walter ist mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. Die kleine Klara und Hund Lila gehen jetzt in einen noch schöneren Kindergarten.

Foto: Johanna Braun

Dass der Kindergarten Pusteblume in Heiligenstadt ein Naturkindergarten ist, wird jetzt auch von außen sichtbar. Da sprießen übergroße Grashalme die Hauswand hinauf, Marienkäfer krabbeln und fliegen darüber hinweg, und eine Schnecke bahnt sich ihren Weg durch das Grün. Darüber thront ein großer Laubbaum.

Stephan Günther ist der Schöpfer dieser bunten Wiese – zumindest zum Teil. Denn „Inklusive Kunst am Bauwerk“ hieß die Aktionswoche des Kindergartens. Die Idee: Menschen mit und ohne Behinderung verwandeln innerhalb einer Woche den Kindergarten in ein nachhaltiges Kunstprojekt. Und das hat ganz ausgezeichnet geklappt.

So waren nicht nur die Kinder der Pusteblume daran beteiligt, sondern auch Gäste der Johanniter Tagespflege aus Heiligenstadt, Schüler der Liethen-Schule, der Tabaluga-Förderschule in Worbis, Kinder aus der Kita Schwalbennest in Heiligenstadt sowie eine Künstlergruppe der Werkstatt für behinderte Menschen und einige Royal Ranger sowie Bewohner aus dem Haus Sonnenschein, einer Einrichtung für minderjährige unbegleitete Ausländer.

Mit den Worten „wir haben das Gebäude mit Farbe aus der Spraydose in eine bunte Blumenwiese gesetzt“, hatte Leiterin Christina Riethmüller-Walter die Einrichtungen in dieser Woche eingeladen.

Unter Anleitung von Stephan Günther trauten sich auch einige zum ersten Mal mit einer Spraydose eine Wand zu verzieren. Der Heiligenstädter macht Graffitis seit 1997. Er war es auch, der die Wand an der Straße bei der Villa Lampe verschönerte. Eigentlich ist er Ingenieur für Verfahrenstechnik, hatte Drucker gelernt. „Mit Farbe hatte ich da immer viel zu tun.“ Ein wenig rostig war er Anfang der Woche noch, gibt er zu. „Zum Glück hatte ich bei der Nacht der Kultur auch etwas gemacht. Da bin ich gut wieder reingekommen.“

Vorgezeichnet wurde mit Kreide, dann kamen die Farben. Und während er und einige Gäste an der Hauswand arbeiteten, schossen die Kindergartenkinder um sie herum und sahen dabei zu, wie die weiße Wand langsam immer bunter wurde. Abgeschlossen wird die Aktion noch mit einer Pusteblume, die den Eingangsbereich zieren soll. Daran wird Stephan Günther in der kommenden Woche arbeiten.

Die Woche hatte aber nicht nur äußerliche Auswirkungen auf den Kindergarten. Es sind auch zwei Kooperationen entstanden. Zum einen mit der Johanniter Tagespflege: Einmal im Monat soll sich nun gegenseitig besucht werden.

„Wir können zusammen kreativ sein, kochen oder einfach nur spielen, es gibt viele Möglichkeiten“, sagte Christina Riethmüller-Walter. Mit dem Haus Sonnenschein ist gewissermaßen eine Pflegschaft ausgehandelt worden. Denn der Naturkindergarten soll später auch Tiere beherbergen. „Die müssen am Wochenende auch versorgt werden, und das übernehmen dann die Bewohner von Haus Sonnenschein“, freute sich die Leiterin am Ende der Woche.

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