Kämpfende Ritter, altes Handwerk, Gaukler und Feuerschau

Tambach-Dietharz  Der Mittelalterverein lädt in Tambach-Dietharz zum dritten Mal zu Wettkämpfen im historisch gerüsteten Vollkontakt ein. Am Start sind 13 Mannschaften aus fünf Ländern.

Die Feuerschau, die auch zu dramatischer Musik choreographierte Tänze mit brennenden und funkesprühenden Gegenständen beinhaltet, wird einer der Höhepunkte am Samstagabend sein. In derselben Arena schlagen zuvor gut gerüstete Rittermannschaften aufeinander ein.

Foto: Peter Riecke

Im Kurpark des Luftkurortes zwischen Burgstallstraße und Heinrich-Heine-Straße werden zur Zeit dicke Holzbohlen mit Nägeln verbunden. Eine Arena für Mannschaftskämpfe und eine weitere für Einzelkämpfe entstehen. Ein Turm für die Kommentatoren der Kämpfe ist bereits gebaut. Die ersten Ritter-Mannschaften haben ihre Lager bereits aufgeschlagen. Der Mittelalter-Verein „Authentica Castrum Walinvels“, der so nach einer einstigen Burg bei Tambach-Dietharz heißt, bereitet die dritten internationalen Meisterschaften im historisch gerüsteten Vollkontakt vor, die zu den elften Ritter-, Recken- und Heldenspielen gehören.

Die Wettkämpfe beginnen am Samstag um 11.15 Uhr, nach dem um 11 Uhr der ausgedehnte Mittelalter-Markt eröffnet worden ist.

Es treten 13 Mannschaften — in dieser besonderen Sportart Buhurts genannt — aus fünf Nationen gegeneinander an:

Ascia aus Holland;

Warriors of Light,

Buhurt Tech, beide Ukraine;

Prager Trolle, Thüringenmeister 2017 und 2018;

Bear Pawes aus Russland;

Ferox,

Nassauer Löwen 1 und 2,

Decima 1 und 2,

Sword Gym München,

Eiserne Löwen,

Zitadelle, alle Deutschland.

Die Siegermannschaft wird zwischen 19.30 und 20 Uhr geehrt, schätzt der Vereinsvorsitzender Matthias Mohs den Zeitplan ein.

Die Ritterrüstungen, so sieht es das Reglement vor, müssen epochengerecht sein und deren Qualität ist so etwas wie die Gesundheits-Versicherung der Ritter, denn hier werden keine Schaukämpfe geboten, sondern echter Wettbewerb. Die Ritter schlagen mit ihren Waffen mit voller Kraft aufeinander ein und wer mit drei Körperteilen den Boden berührt, ist aus dem Gefecht.

Die Wertungsrichter kommen oft aus Russland, denn dort nahm vor Jahren diese Sportart ihren Anfang, gewann immer mehr Beliebtheit und breitete sich später in ganz Europa aus. Authentica Castrum Walinvels ist nicht mit einer eigenen Buhurt dabei, zeigt aber Gruppenkämpfe nach dem Codex „Tambach“, der einige Beschränkungen mehr im Einsatz der Mittel vorsieht. Der Versuch der Eroberung einer Brücke durch eine größere Anzahl Ritter ist dennoch eine Vorführung, die erfahrungsgemäß viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Am Sonntag geht es noch einmal schlagkräftig zu, denn dann gibt es ab 13 Uhr Einzelkämpfe in vier verschiedenen Gewichtsklassen.

Doch viele Besucher lockt auch der kulturelle Teil und ebenso der Blick auf historische Handwerkskunst zu schauen und deren Produkte zu erwerben. Dazu zählen Schmuck und Felle, Lederwaren und auch Kinderspielzeug. Zum Thema Mittelalter passende Leckereien und Getränke sind schon fast eine Selbstverständlichkeit. Insgesamt sind der Stadtpark und weitere Flächen in der Nähe mit 23 Lagergruppen gefüllt.

Nach der Siegerehrung beginnt am Samstag das Konzert von Audio Xperience. In der Konzertpause wird die Buhurt-Arena noch einmal zum optischen und akustischen Anziehungspunkt. Authentica Castrum Walinvels zeigt eine Feuerschau, choreographiert wie eine Mischung aus Ballett und Schautanz und mit vielfältigen brennenden und funkensprühenden Elementen. Die Musik, zu der sie auftreten, haben die Vereinsmitglieder selbst ausgesucht.

An beiden Tagen sind im Festgelände „Tacky und Noisly“ als Gaukler für die Kinder unterwegs. Eine Falknerin lässt ihre Greifvögel Aufgaben erfüllen. Der Spielmann „Schabernackrakeel“ bietet Musik und Späße. Kinder können mit Polsterwaffen fechten.

Bei der Organisation der Ritter-Recken-Heldenspiele arbeiten die Stadt Tambach-Dietharz und der Mittelalterverein eng zusammen. Die Stadt hat die Flächen vorbereitet und dabei inzwischen mehr als nur den Kurpark ausgewiesen, da das Fest bei Akteuren und Publikum immer mehr Zuspruch findet. Die Tourist-Information ist an beiden Tagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Mitarbeiter der Stadtverwaltung kassieren auch den Eintritt.

Geöffnet am Samstag, 12. Juli, von 11 bis 24 Uhr, Sonntag, 13. Juli, von 11 bis 18 Uhr. Eintritt sieben Euro, Kinder unter 1,50 Meter haben freien Eintritt

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