Niedersachswerfen: Ein Schandfleck verschwindet, neues Wohngebiet soll entstehen

Niedersachswerfen.  Investor Yuriy Semochko will Problem-Immobilie am Schützenplatz in sein Bergblick-Projekt verwandeln.

Investor Yuriy Semochko will auf dem Schützenplatz in Niedersachswerfen das Wohngebiet „Bergblick“ errichten.

Investor Yuriy Semochko will auf dem Schützenplatz in Niedersachswerfen das Wohngebiet „Bergblick“ errichten.

Foto: Jens Feuerriegel

Der Schützenplatz wird ein Wohngebiet. Das Projekt heißt „Bergblick“. Rund 60 Wohnungen sollen hier entstehen. Der Investor ist Yuriy Semochko. Ein Ukrainer, der seit acht Jahren in Niedersachswerfen lebt.

Nicht nur privat schlägt Semochko Wurzeln im Dorf. Er übernahm Brenneckes Fleischwarengeschäft an der Nordhäuser Straße und verwandelte den früheren Kindergarten der Leunawerker in eine Pension. Jetzt wagte er den wohl mutigsten Schritt. Er kaufte das Gelände der einstigen Maschinen-Traktoren-Station (MTS) an der Northeimer Straße.

Die Vergangenheit des Areals ist nach wie vor greifbar. Es gibt auch eine finanzielle Erblast. „Umso mehr freue ich mich, dass ein Käufer gefunden werden konnte“, sagt Harztor-Bürgermeister Stephan Klante (CDU). Er spricht von einer „Problem-Immobilie“, die für die Gemeinde „ein Dauerbrenner“ ist. Unzählige Interessenten für das Grundstück habe es gegeben. Mehrere Anläufe scheitern. Das nun glückliche Ende sei eine „Geschichte, die wir fast für unmöglich gehalten haben“, betont Klante.

In sieben oder acht Jahren soll das Wohngebiet fertig sein. So hat es sich Semochko vorgenommen. In zwei Etappen will er seinen Traum verwirklichen. Mit dem ersten Abschnitt will er schon im nächsten Jahr starten. Das alte Bürogebäude an der Northeimer Straße soll nach dem Umbau ein schmuckes Mehrfamilienhaus sein. Zwölf Wohnungen sind geplant. Vier Quartiere pro Etage. Semochko will auch die Garagen sanieren. Unter anderem soll dort ein Café entstehen.

Im Mittelpunkt der zweiten Projekt-Etappe steht der Bau von drei Mehrfamilienhäusern. Vielversprechend ist auch die Zukunft des großen Gebäudes an der Alexander-Puschkin-Straße. Es soll sich zu einer Sporthalle mausern. Semochko denkt dabei vor allem an eine Arena mit Squash-Courts. Auch ein Kinderspielplatz ist auf dem Areal vorstellbar.

Das Ufer der Bere will der Investor ansprechender gestalten sowie den Weg zwischen dem Fluss und dem künftigen Wohngebiet mindestens ertüchtigen.

Die Nähe zur Bere könnte noch Sorgen bereiten. Ein Teil des Schützenplatzes gilt als Überschwemmungsgebiet. Doch Stephan Klante bleibt optimistisch: Man sei „auf einem guten Weg“ und das Problem lösbar.

Der Harztor-Bürgermeister will dem Investor zur Seite stehen: „Wo auch immer wir als Verwaltung ihn unterstützen können, werden wir es tun.“ Ortsbürgermeisterin Katrin Schönemann (parteilos) freut sich sehr über Semochkos Pläne. Auch die bisherigen Reaktionen von Gemeinderatsmitgliedern sind positiv. Ulrich Wilke (UWL) spricht anerkennend von einem „anspruchsvollen Projekt“. Andreas Schmidt (CDU) fasst seinen ersten Eindruck in die Worte „Respekt“ und „tolles Projekt“ zusammen. Das Vorhaben sei aussichtsreich: „Da ist ja für Niedersachswerfen auch ein Bevölkerungszuwachs zu erwarten.“

Vor allem junge Familien sollen mit den Bergblick-Quartieren angesprochen werden. Auch das hört Stephan Klante gern: „Ein Verjüngung der Harztor-Bevölkerung ist immer willkommen.“