Nordhausen: 3453 Südharzer sind zurzeit arbeitslos

Nordhausen.  Keine guten Nachrichten vom regionalen Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen steigt im Kreis Nordhausen.

Karsten Froböse ist Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur.

Karsten Froböse ist Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur.

Foto: Peter Cott

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Die Zahl der Arbeitslosen liegt im Landkreis Nordhausen bei 3453 Personen. Das sind 151 mehr als im April und 18,7 Prozent mehr als vor einem Jahr, berichtet die Nordhäuser Arbeitsagentur.

Der Anstieg sei „erwartungsgemäß“, sagt Agenturchef Karsten Froböse. Die Situation sei „deutlich schlechter als vor einem Jahr“. Die Arbeitslosenquote liege aktuell bei 8,2 Prozent. Die Kurzarbeit sichere Beschäftigung und halte den Anstieg der Arbeitslosigkeit in Grenzen, unterstreicht Froböse.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften liege mit einem Minus von fast 38 Prozent seit Jahresbeginn deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Infolgedessen sei die Zahl der Vermittlungen in Arbeit um rund ein Viertel zum Jahr zuvor gesunken. „Bei Automobilzulieferern, der Zeitarbeit und der Gastronomie ist die Nachfrage weiterhin gering. Hier war es schwierig, Menschen in Arbeit zu bringen“, schildert Froböse. Stellenmeldungen kämen derzeit vor allem aus dem Handwerk, dem Baugewerbe und der Pflegebranche.

Von März bis April haben Betriebe in Nordthüringen mehr als 3000 Anzeigen auf Kurzarbeit eingereicht, im Mai kamen noch weitere 190 Anzeigen dazu. „Wer nach Ende des Monats per Antrag Kurzarbeit abrechnet, erhält in der Regel in wenigen Tagen Kurzarbeitergeld“, erklärt der Agenturchef. Wichtig sei, dass das Kurzarbeitergeld durch Unternehmen zuvor an die Arbeitnehmer ausgezahlt wurde. So wie es im Antrag bestätigt werde. Alles andere sei nicht in Ordnung.

Während die Betriebe in Nordthüringen intensiv damit beschäftigt seien, die Folgen der Corona-Krise zu bewältigen, lernen Schüler gerade für ihren Abschluss und planen ihre Zukunft. Vor Monaten hatten Bewerber eine große Auswahl an Ausbildungsberufen und an Ausbildungsbetrieben. Die aktuelle Situation sei eine andere. „Unternehmen agieren aufgrund des Konjunktureinbruchs vorsichtig und verschieben teilweise ihre Einstellungsentscheidungen nach hinten“, beobachtet Froböse. Jeder junge Mensch, der eine Ausbildung sucht, solle sich überlegen, welche Forderungen er an einen Lehrbetrieb realistisch stellen kann. „Das Wunschkonzert ist abgesagt. Die jungen Leute müssen jetzt flexibel sein“, betont Froböse.

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