Nordhausen: Seit vier Monaten steckt Zirkus am Scheunenhof fest

Sundhausen.  Unverändert dramatisch ist die Lage für den Circus Atlantik: Corona-Zwangspause will kein Ende nehmen. Die größte Sorge gilt den Tieren. Futterspenden helfen.

Karl-Heinz Köllner vom Zirkus Atlantik füttert seine Kamele auf dem Scheunenhof in Sundhausen.

Karl-Heinz Köllner vom Zirkus Atlantik füttert seine Kamele auf dem Scheunenhof in Sundhausen.

Foto: Marco Kneise

Atlantik ist gestrandet. Der Zirkus steckt auf dem Sundhäuser Scheunenhof fest. Seit 149 Tagen stehen alle Räder still. Die Corona-Krise trifft die Familie mit voller Wucht.

Brigitte Köllner plagt längst das Fernweh. „Ich war noch nie so lange an einem Ort“, sagt die 74-Jährige. Sie kennt sonst nur ein Leben auf Achse. In dieses Dasein ist sie hineingeboren worden. Ein Schicksal, das alle Familienmitglieder teilen. Köllners sind acht Personen. Brigittes Sohn Karl-Heinz leitet den Familienbetrieb, zu dem auch Brigittes Mann, ihre Schwiegertochter und die vier Enkel gehören.

Doch nicht die Menschen sind das Problem. Es sind die 30 Tiere. Kamele, Pferde, Ziegen, Hunde und Lamas. Unermüdlich kümmern sich Köllners um ihre Vierbeiner. Dankbar sind sie den zahlreichen Südharzern, die ihnen seit dem Tournee-Abbruch im März mit Futterspenden geholfen haben. Ohne diese Solidarität hätte die Zirkusfamilie keine Chance, die unverschuldete Zwangspause zu überstehen.

Es habe Momente gegeben, „in denen wir fast schon verzweifelt sind“, sagt Brigitte Köllner. „Wir spüren plötzlich eine Angst vor der Zukunft.“ Eine Furcht, die der Seniorin noch nie so intensiv begegnet ist. Denn Zirkusfamilien sind nicht nur Artisten, Gaukler und Dompteure in der Manege, sie sind auch Lebenskünstler. Corona setzt ihnen erstmals Grenzen.

Seit vier Monaten hat der Zirkus kein Einkommen. Aber die Ausgaben bleiben. In erster Linie für die Tierpflege. Aber ebenso für den Fuhrpark, dessen Technik zum Teil schon sehr betagt ist. Auch Versicherungen müssen weiter bezahlt werden. Da gibt es keine Corona-Pause. „Wir wissen nicht, wie lange wir es aushalten müssen“, sagt Brigitte Köllner. „Aber aufgeben wollen wir nicht. Trotz alledem.“

Wer den Tieren des Circus Atlantik mit Futterspenden helfen möchte, erreicht die Familie Köllner unter Telefon: 0177 / 25 33 935.