Pilze, Tiere, frische Luft: Waldjugendspiele am Neunbrunnen Heiligenstadt

Heiligenstadt (Eichsfeld). "Los, los, los - schneller!" - Begeisterte Anfeuerungsschreie klangen am Mittwochvormittag aus den Kehlen zahlreicher Kinder rund um das Gebiet des Neunbrunnen bei Heiligenstadt.

Er war der Star des Tages: Kaum wurden die Kinder des Rauhaarteckelwelpen "Duke" ansichtig, war alles andere vergessen. "Duke" und sein Herrchen Hannes Wollmerstädt, Forststudent an der FH Erfurt, nahmen die Begeisterung gelassen. Foto: Silvana Tismer

Foto: zgt

Die Viertklässler waren wie schon traditionell seit vielen Jahren zu den Waldjugendspielen eingeladen worden. 390 Schüler aus 19 Klassen von zwölf Schulen des Altkreises Heiligenstadt waren der Aufforderung gefolgt und voller Neugier auf das, was sie in der freien Natur erwartet. Die Schulen des Altkreises Worbis haben ihre diesjährigen Waldjugendspiele bereits in der vergangenen Woche rund um die Burg Scharfenstein absolviert.

Jährlich richtet das Thüringer Forstamt - dieses Mal Heiligenstadt, vorige Woche Leinefelde - in Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Seebach die Waldjugendspiele aus; mit wachsender Begeisterung bei Kindern und Lehrern. "Fast alle Schulen sind dabei", freut sich Matthias Rahrig vom Forstamt Heiligenstadt. Auch die 21 Lehrer ließen sich von den rund 40 Helfern an den zwölf Stationen auf dem drei Kilometer langen Parcours noch so einige verblüffende Neuigkeiten erklären.

Finanziert wird das Ganze aus Mitteln der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, aus Spenden privater Waldbesitzer, der holzverarbeitenden Industrie, von Forstunternehmern und am Mittwoch auch von der Stadtverwaltung der Stadt Heiligenstadt, die nicht nur finanziell unter die Arme griff, sondern auch noch Helfer zur Verfügung stellte. Und das Team vom Neunbrunnen baute schon am Morgen zahlreiche Ketchupflaschen und Geschirr auf, um die Kinder nach ihrem anstrengenden Vormittag ordentlich zu verköstigen. Was es unter das Ketchup gab, wollte aber am Morgen noch niemand verraten.

Für die Schüler allerdings gab es im Wald keine Langeweile. "Es ist eine Kombination aus Wissensaufgaben aus der Natur und sportlichen Spielen", erklärt Matthias Rahrig. Beim Sport galt es, so schnell wie es geht über eine Kette einen Holzstapel umzusetzen, auf Baumscheiben zu balancieren und sich im Bogenschießen zu versuchen. Natürlich alles unter fachkundiger Aufsicht. Zu den 40 Helfern zählten nicht nur Mitarbeiter der beiden Forstämter im Eichsfeld, sondern auch das Rote Kreuz, Reservisten aus den Forstbetrieben, Mitarbeiter der Naturparkverwaltung und nicht zuletzt auch Studenten der Forstwissenschaft.

Das Waldmobil war vor Ort, ein Habichtkauz durfte bewundert werden, es galt, Pilze zu bestimmen und sich mit den heimischen Tierarten vom Reh über das Muffelwild bis hin zu Eichhörnchen, Dachs, aber auch Schmetterlingen und Käfer vertraut zu machen. Dabei wurde auch ein bisschen Wissen der Schüler abgefragt. "Und das ist gar nicht mal so schlecht", sagt Rahrig. Nur bei der Geschicklichkeit hapere es manchmal ein bisschen. Doch im Großen und Ganzen gehe das, was man bei den Waldjugendspielen den Kindern abverlange mit dem Lehrplan gut konform. Oft auch nehmen Lehrer und Schulen gern das Zusatzangebot des Forstamtes an, weiterführende Lehrinhalte anzuregen, was wiederum in der Schule gut umgesetzt werde.

Dass die Anfeuerungsrufe so richtig laut waren, lag daran, dass es Geldpreise für die Klassenkasse zu gewinnen gab. Der erste Platz und damit 100 Euro gingen an die Klasse 4b der Heiligenstädter Theodor-Storm-Schule, Rang zwei und 75 Euro an die 4b der Grundschule Lutter und Rang drei samt 50 Euro an die vierte Klasse von Wüstheuterode. Aber am besten ging es dem Rauhaarteckelwelpen "Duke" von Forststudent Hannes Wollmerstädt. Denn "Duke" bekam ununterbrochen Streicheleinheiten, vor allem von den Mädchen - das wird ihm so schnell nicht wieder passieren.

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