Plumpsklo auf halber Treppe - Thüringer Immobilien werden versteigert

Erfurt/Leipzig.  In vier Bundesländern werden Ende November 102 Immobilen versteigert. Auch aus Thüringen sind interessante Angebote dabei.

Bei der Winterauktion der Sächsischen Grundstücksauktionen AG wird auch das frühere Gasthaus im Nordhäuser Ortsteil Bielen versteigert.

Bei der Winterauktion der Sächsischen Grundstücksauktionen AG wird auch das frühere Gasthaus im Nordhäuser Ortsteil Bielen versteigert.

Foto: sag / SAG

Kurz vor Jahresende setzt die Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) offenbar zum großen Kehraus an. Denn von den insgesamt 26 Thüringer Immobilien, die die Sächsische Grundstücksauktionen AG (SAG) Ende November bei ihrer Winterauktion anbietet, sind allein zehn von der BVVG eingebracht worden: unbebaute Grundstücke unter anderem in Neuhaus und Schmiedefeld am Rennsteig sowie Bad Liebenstein (Wartburgkreis) - das günstigste zu 500 Euro. Jedenfalls liegt das Mindestgebot bei diesem Mini-Preis. Bei den Auktionen der SAG kommen nur Objekte unter den Hammer, die die Eigentümer freiwillig „einliefern“ - im Gegensatz etwa zu Zwangsversteigerungen, die ausschließlich über die Amtsgerichte erfolgen.

Daneben wollen sich auch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und die Deutsche Bahn von einer Reihe von Immobilien trennen: die Bahn beispielsweise von zwei Grundstücken in Arnstadt (Ilm-Kreis), auf denen auch 180 zum größten Teil vermietete Reihengaragen stehen (Auktionslimit: 29.000 Euro), und vom Bahnhofsgebäude in Marlishausen (ebenfalls Ilm-Kreis).

Das denkmalgeschützte Haus wird für 9000 Euro aufgerufen, was seinem stark sanierungsbedürftigen Zustand mit Plumpsklo auf halber Treppe und Ofenheizung geschuldet ist. Gleichwohl ist eine kleine Wohnung darin vermietet.

Teuerste Thüringer Objekte befinden sich in Eisenach

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben lässt derweil auch ein ehemaliges Gasthaus im Nordhäuser Ortsteil Bielen versteigern: einen unter Denkmalschutz stehenden kompakten Fachwerkbau, der aber schon lange nicht mehr als Gaststätte genutzt wird. Doch so eindrucksvoll das Äußere, so klein ist das Mindestgebot: Es liegt bei nur 5000 Euro. Das teuerste Thüringer Objekte sind zwei Wohn- und Geschäftshäuser in der Eisenacher Katharinenstraße, beide vermietet (140.000 Euro).

Bei der Versteigerung am 27. November in Dresden und am 29. November in Leipzig werden neue Besitzer für insgesamt 102 Immobilien aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern gesucht. Der Startpreis liegt bei rund 4,7 Millionen Euro.

Zu den Besonderheiten zählen ein Sport- und Freizeitzentrum samt Bowlingbahn in Greiz (49.000 Euro), ein leerstehendes DDR-Lehrlingswohnheim in Delitzsch, ein erst 1999 gebauter Sport- und Freizeitpark in Dessau-Roßlau, eine ehemalige Schule in Harzgerode (Sachsen-Anhalt), mehrere prachtvolle Villen und ein Wohn- und Geschäftshaus mit einem Kinosaal mit 165 Sitzplätzen im sächsischen Falkenstein.

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