Schlechte Ernte in Thüringen - Viehfutter wird knapp

Erfurt  Dem Dürrejahr 2018 folgt ein trockenes und heißes Jahr 2019: Viele Thüringer Bauern leiden unter Ernteverlusten.

(Symbolbild)

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Foto: Dirk Bernkopf

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Thüringens Bauern haben in diesem Jahr eine unterdurchschnittliche Ernte eingefahren. Grund sei die Trockenheit in vielen Regionen vor allem durch fehlende Niederschläge im April und Juni, sagte André Rathgeber vom Thüringer Bauernverband am Freitag in Erfurt. Die Erträge seien in Thüringen sehr unterschiedlich ausgefallen, abhängig vom Wasserangebot. «In einigen Regionen wurde sogar noch weniger als im Dürrejahr 2018 geerntet.»

Das gelte vor allem für das Thüringer Becken, das wegen seiner guten Böden eine wichtige Landwirtschaftsregion im Freistaat ist. «Dort gibt es auch große Probleme mit Tierfutter.» Aber auch im Kyffhäuserkreis sowie in den Kreisen Saale-Holzland und Saale-Orla und einzelnen Regionen Südthüringens habe die Trockenheit große Auswirkungen. Aber selbst in den Regionen, in denen die Witterungsbedingungen günstiger waren, sei es keine gute Ernte gewesen.

Der Bundesbauernverband zog am Freitag in Berlin eine Erntebilanz. Genaue Zahlen für Thüringen nach einem durch Hitze und Trockenheit geprägten Sommer will der Landesbauernverband Anfang September vorlegen, sagte ein Sprecher.

Obwohl in diesem Jahr bereits mehr Futterpflanzen angebaut worden seien, herrsche vielerorts Mangel, sagte Rathgeber. Die Konsequenz sei, das Futter von den Betrieben zugekauft werden müsste - bei steigenden Preisen. «Oder die Tierbestände werden weiter reduziert.» Thüringen habe im Vergleich der Bundesländer bereits jetzt einen relativ niedrigen Tierbestand in der Landwirtschaft.

Nach früheren Angaben des Bauernverbands hat in Thüringen vor allem der Winterweizen unter der Hitze im Juni gelitten. Die Erträge lägen thüringenweit im Schnitt bei rund 60 Dezitonnen pro Hektar - mehr als 20 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Auch der Raps zeige wegen Wassermangels Ertragseinbußen ebenfalls von etwa einem Fünftel.

Nach Angaben von Rathgeber beträgt die landwirtschaftliche Nutzfläche in Thüringen 776 000 Hektar. Davon seien 605 000 Hektar Ackerland.

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