Schulbereisung: Auf der Prioritätenliste nicht ganz oben

Die Grundschulen in Buttstädt und Vogelsberg sind gut aufgestellt. Wünsche gibt es natürlich trotzdem.

Vogelsbergs Grundschule hat keinen Speisesaal. Die Kinder, 96 Prozent nehmen an der Schulspeisung teil, essen im Flur (Foto) oder in einem Klassenraum.

Vogelsbergs Grundschule hat keinen Speisesaal. Die Kinder, 96 Prozent nehmen an der Schulspeisung teil, essen im Flur (Foto) oder in einem Klassenraum.

Foto: Armin Burghardt

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An der Buttstädter Sophienschule weiß Anke Dolgow ihre Bildungseinrichtung ins rechte Licht zu rücken. Die langjährige Chefin hat Routine darin. Immer dann, wenn sie Ehemalige durch das altehrwürdige Gebäude führt. Mehr als 100 Jahre hat die Sophienschule auf dem Buckel. „Der äußere Eindruck ist natürlich auch so“, sagt Dolgow. Drinnen könne dann jeder sehen, wie modern eine alte Schule auch sein kann.

Darauf sind sie an der Buttstädter Grundschule stolz – und sie wollen gern noch moderner werden. „Wir möchten zu den Schulen gehören, die sich der Digitalisierung in vorderster Linie stellen. Das Konzept steht“, sagt Dolgow.

Auch in der technischen Umsetzung könnte die Buttstädter Grundschule zu den Vorreitern zählen. Bürgermeister Hendrik Blose (CDU) unterstreicht, dass bald Glasfaserkabel nicht nur an der Sophienschule, sondern in allen Schulen der Landgemeinde anliegen sollen. „Wir haben da eine klare Prioritätenvorgabe für den Betreiber: zuerst kommen Verwaltungen und Schulen“, so Blose.

Jetzt auch Bibliothek mit „Fläz-Zone“

Die Mitglieder von Schul- und Bauausschuss des Kreistages sowie Landrat Harald Henning und die Mitarbeiter des Schulverwaltungsamtes begrüßen Anke Dolgow und Hortkoordinatorin Katrin Hoschke am Montag im jüngsten „Schmuckkästchen“. Die Sophienschule hat jetzt auch eine Bibliothek mit „Fläz-Zone“. Gemütlich und gern angenommen.

Trotz allem gibt es auch an der Sophienschule „Baustellen“. Auf dem Schulhof-Bolzplatz könnte derzeit mal wieder eher Wasserball gespielt werden. Pfütze an Pfütze steht da. Der Speiseraum, die ehemalige Hausmeisterwohnung, bräuchte eine Schallschutzdecke.

Aber das ist Zukunftsmusik. „Wir müssen schauen, ob wir dafür Gelder auftun können“, sagt Landrat Harald Henning. Der Zweifel schwingt mit. Für 2020 stehen über 3 Millionen Euro im Kreishaushalt für Investitionen an Schulen bereit. „Das reicht aber nicht“, sagt er. Steffi Radestock, die Leiterin des Schulverwaltungsamts, will keine falschen Hoffnungen wecken. „Ich weiß ja schon, dass ich nächstes Jahr kein Geld dafür habe“, sagt sie.

Kooperation mit Einrichtungen und Vereinen

Das klingt auch auf der nächsten Touretappe, an der Grundschule Vogelsberg, durch, wo Schulleiterin Danny Kürsten in einer Powerpointpräsentation erläutert, was (diese) Schule alles kann. Gesunde Schule, bewegungsfreundliche Schule, musikalische Schule, umweltbewusste Schule – die Vogelsberger sind vieles, kooperieren mit anderen Bildungs- und Forschungseinrichtungen, mit Vereinen, generationsübergreifend, demokratie- und toleranzbildend sowie den ländlichen Raum mit prägend.

Die 2014 neu gebaute Turnhalle wird umfassend genutzt. Der Kreis lässt sich die kostenfreie Nutzung der ihm gehörenden Sportanlagen durch Vereine jährlich über 1 Million Euro kosten. „Bei uns mussten die Vereine noch nie zahlen, wenn das Land jetzt mit einer gesetzlichen Neuregelung dafür insgesamt 5 Millionen Euro locker macht, lässt sich abschätzen, wie weit das reicht. In den Landkreis Sömmerda werden rund 160.000 Euro davon fließen, etwa 50.000 bekommt der Kreis, den Rest die Kommunen.“

Das müsse wissen, wer an der Kreisumlage schrauben wolle, so Henning. „Das ist eine freiwillige Leistung des Kreises. Wir finanzieren das über die Kreisumlage. Aber tun wir das nicht mehr und fordern Nutzungsentgelte, dann brechen in der Region viele Angebote weg.“

Größter Wunsch ist ein sanierter Schulhof

Zuletzt hat sich die Neuausstattung mit LED-Beleuchtung positiv bemerkbar gemacht. Größter Wunsch wäre ein sanierter Schulhof. Die jetzige Buckelpiste ist so alt wie die Schule, wird im Jahr 2021 auch schon 60 Jahre ohne Erneuerung sein. Ab 2020 steht sie in der Landkreisplanung. Ob dann eine Umsetzung erfolgen kann, steht in den Sternen. 450.000 Euro wären dafür wohl aufzuwenden.

Auf der Prioritätenliste stehen kreisweit Brandschutzmaßnahmen an Schulen weiter vorn. Geld vom Land ist für diese Schulinvestitionsprojekte derzeit auch nicht in Sicht. „Wir warten noch auf Fördermittelzusagen für dieses Jahr“, sagt Harald Henning. Betroffen davon sind Vorhaben an der Grundschule Kölleda und am Gymnasium Sömmerda.

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