Spargelfreunde müssen sich noch gedulden

Kindelbrück.  Kindelbrücker Obstbau eG rechnet nach Ostern mit dem ersten Edelgemüse. Unternehmen hofft auf Einreise polnischer Erntehelfer.

Nach Ostern will die Kindelbrücker Obstbau eG den ersten Spargel stechen.

Nach Ostern will die Kindelbrücker Obstbau eG den ersten Spargel stechen.

Foto: Ina Renke (Archivfoto)

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Während die Spargelernte in Süddeutschland schon angelaufen ist, müssen sich Liebhaber des Kindelbrücker Edelgemüses noch gedulden. „Das Wetter gab das einfach noch nicht her. Es hat viel geregnet. Die Erde musste erst abtrocknen. Somit konnten wir erst vergangene Woche mit dem Hochdämmen beginnen und die Folien auslegen“, berichtet Wilhelm Schäfer, Vorstand der Kindelbrücker Obstbau eG.

Wärmende Sonnenstrahlen wären für das Wachstum gut. Die derzeitigen Temperaturen seien einfach zu niedrig. Er geht davon aus, dass der erste Spargel nach Ostern in Kindelbrück gestochen werden kann. Es handelt sich um die Spargelsorte Gijnlim, die komplett unter Thermofolie wächst. „Ohne die Folie wäre die Ernte zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich“, erklärt Schäfer.

Anders als die Jahre zuvor baut das Unternehmen in diesem Frühjahr nur zehn Hektar Spargel an. Bislang waren es zwölf. „Gut 2,2 Hektar haben wir gerodet. Die Anlage war einfach zu alt. Viele Pflanzen haben bereits gefehlt“, sagt er. Eine 2,3 Hektar große Fläche ist dafür schon wieder bestellt worden. Allerdings braucht es drei Jahre, bis die Pflanzen so weit sind, dass die ersten Spargelstangen gestochen werden können.

Ramires und Backlim sind weitere Sporten, die in Kindelbrück angebaut und für Erträge bis zum 24. Juni sorgen werden. Das ist der Johannistag, der auch in Kindelbrück das traditionelle Ende der Spargelsaison bedeutet.

Für die kleinere Anbaufläche brauche das Unternehmen weniger Leute für die Ernte, sagt das Vorstandsmitglied. Aktuell sind bereits 15 polnische Erntehelfer vor Ort, die im Baumschnitt eingesetzt sind. Wilhelm Schäfer hofft, mit ihnen sowie mit Mitarbeitern aus dem Unternehmen die Spargelernte bewältigen zu können. Anvisiert hat die Kindelbrücker Obstbau eG. auch in diesem Jahr 100 Tonnen Spargel. Gelungen war das auch im Vorjahr. Allerdings musste dafür wegen der Trockenheit länger gestochen werden. In einem sehr guten Spargeljahr sei das anvisierte Ziel viel schneller erreicht, erklärt er. Auch wenn eine Lösung für die bevorstehende Spargelernte gefunden ist, so ist die Sorge aufgrund fehlender Erntehelfer im Unternehmen groß. Schäfer hofft, dass es für die Einreise polnischer Erntehelfer Ausnahmegenehmigungen gibt.

Helfende Hände werden neben dem Spargel auch für Erdbeeren sowie für die Kirschen, die Pflaumen, den Hopfen und die Äpfel benötigt. „Allein ist das nicht zu schaffen. Bekommen wir keine Helfer, müssten wir die Ernte hängen lassen“, malt das Vorstandsmitglied ein mögliches Szenario. Er selbst mag sich das nicht vorstellen und will auch noch nicht so weit blicken.

„Die Situation ändert sich täglich. Wir hoffen darauf, dass die polnischen Erntehelfer kommen und planen sie ein.“

Auch die derzeit frostigen Nächte lassen Wilhelm Schäfer nicht kalt. „Wir haben keine Pfirsiche und Aprikosen, die derzeit in voller Blüte stehen. An unseren Obstbäume habe ich noch keine Frostschäden festgestellt. Mit Sicherheit lässt sich das aber erst sagen, wenn die ersten Blüten zu sehen sind.“ Eine verfrühte Blüte und dann noch einmal Frost seien das Schlimmste, was den Obstbauern passieren könne.

Der Hofladen des Unternehmens am Pfortenstieg 8a in Kindelbrück ist von den Geschäftsschließungen aufgrund der Corona-Krise nicht betroffen. Kunden können sich hier nach wie vor mit frischem Obst und Gemüse versorgen. Auch Säfte und Wein sowie Honig stehen hier zum Kauf zur Verfügung.

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