Veterinäramt löst Hundebestand vom Klosterholz in Eisenach auf

Eisenach. Mehr Tiere als vermutet wurden auf dem Privatgrundstück entdeckt. Alle 28 Hunde wurden in umliegende Tierheime gebracht.

Was hat er wohl erlebt? Auch dieser Hund wurde vom Grundstück geholt. Das Veterinäramt löste am Klosterholz einen Hundebestand auf. Foto: Sascha Willms

Was hat er wohl erlebt? Auch dieser Hund wurde vom Grundstück geholt. Das Veterinäramt löste am Klosterholz einen Hundebestand auf. Foto: Sascha Willms

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Mancher blieb am Donnerstagmorgen an der Gabelung von Erdbeer- und Brombeerweg am blassen weiß-roten Polizeiabsperrband verwundert stehen. Hundert Meter weiter direkt am Wald parkten mehrere Polizeieinsatzwagen.

Diesmal machten die Behörden Ernst und lösten den Hundebestand von Peter H. auf. Vorausgegangen war der Wegnahme eine letzte schriftliche Androhung, die der Hundehalter erst in der vergangenen Woche erhalten hatte, nachdem die zuständigen Behörden - Veterinäramt des Wartburgkreises und Ordnungsamt der Stadt Eisenach - sich in der Vorwoche bei einer unangemeldeten Kontrolle einen Überblick über die Anzahl der Tiere verschafften.

Haltung verstieß weiter gegen den Tierschutz

Wie Astrid Ißleib, Sprecherin des Landratsamtes Wartburgkreis, am Donnerstag mitteilte, seien auf dem Privatgrundstück wiederholt tierschutzwidrige Haltungsbedingungen festgestellt geworden. Bei der letzten unangemeldeten Kontrolle sei dem Halter eine letzte kurze Frist zur Behebung der aufgezeigten Mängel gesetzt worden. "Bei der Nachkontrolle wurde wiederum festgestellt, dass sich an den örtlichen tierschutzwidrigen Haltungsbedingungen nichts geändert hat", so Ißleib. Vor allem die Ausstattung des Grundstücks sowie die baulichen Gegebenheiten des Anwesens seien für eine Hundehaltung dieser Art nicht geeignet, betonte Martin Becker, zuständiger Abteilungsleiter im Landratsamt.

Über Stunden wurden mit Amtshilfe der Polizei die Hunde nach und nach herausgeholt. 10.56 Uhr brachten die Tierärzte das erste Tier in einen Transporter, nach und nach folgten weitere. Einige mussten vorsorglich vor dem Einfangen betäubt werden. Die Wegnahme dauert bis in den späten Nachmittag.

Mehr Hunde als vermutet werden entdeckt. Insgesamt sind es 28, wie Amtstierarzt Dr. Silvio Knyrim mitteilt. Die Hunde seien bis auf zwei mit einer Ohrenerkrankung gesund, jedoch in einem schlechten Pflegezustand gewesen. "Sie sind zum Teil stark verschmutzt, weil die hygienischen Bedingungen zur Hundehaltung nicht gegeben sind", heißt es.

Es handelt sich um mittelgroße und große Hunde verschiedener Rassen, darunter Pyrenäenberghund, Tornjak und Bärenhund. Bei einigen Tieren sei die Rasse mit einem Fragezeichen zu versehen, erklärte Becker. Lange Zeit war auch unklar, wo sich der Hundehalter überhaupt befindet. Erst nachdem der fünfte Hund in einer Transportbox in den Wagen gebracht wurde, tauchte H. auf dem Grundstück auf und weigerte sich anfangs, weitere Tiere freiwillig herauszugeben.

Für die Nachbarn in der mittelbaren Umgebung geht damit eine Zeit extremer Belastung zu Ende. Seit Jahren hatten sie wegen des Lärms, des extremen Geruchs immer wieder bei Behörden um Abhilfe ersucht. Einige von ihnen haben auch mit den Tieren gelitten. "Das ist für uns heute bewegend", sagte eine Anliegerin. Sie hoffe, dass die Tiere nun ein besseres Zuhause finden werden. Die Hunde wurden am Donnerstag in umliegende Tierheime gebracht.

H. selbst war - anders als beim letzten Ortstermin mit dem Veterinäramt - gegenüber unserer Zeitung zu keiner Auskunft bereit. "Das Ordnungsamt der Stadt hat sich vor zehn Jahren das erste Mal mit der Sache befasst", sagte Stadtsprecherin Janina Walter. Unlängst hatte die Stadt verfügt, dass auf dem Grundstück maximal vier Hunde gehalten werden dürfen, da es sich um ein Wohngebiet handele. H. hat dagegen Widerspruch eingelegt. Sollte er in angemessener Zeit tierschutzkonforme Zustände schaffen, kann er die Hunde zurückerhalten, hieß es vom Kreis. Die Kosten der Wegnahme sowie die Pflegekosten muss er aber tragen, so Becker.

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