Weimarer Gymnasium wird barrierefrei

Michael Baar
| Lesedauer: 2 Minuten
Rechts oben am Anbau prangt der neue Schriftzug. Die Gerüste fallen seit Montag.

Rechts oben am Anbau prangt der neue Schriftzug. Die Gerüste fallen seit Montag.

Foto: Michael Baar

Weimar.  Erweiterung am Humboldtgymnasium in der Prager Straße fertig. Nächster Bauabschnitt ab Sommer.

In normalen Zeiten wäre es ein großes Fest gewesen. Mit Corona blieb davon am Montag nicht viel, als die Weimarer Wohnstätte ihren Anbau am Humboldtgymnasium symbolisch einweihte. Immerhin konnten diesmal aber Vertreter der Schule dabei sein, freute sich der Oberbürgermeister.

Schüler und Lehrer seien „ganz heiß auf den Anbau“, bestätigt Schulleiterin Anne Mohr. Die Bruttogeschossfläche wächst um 906 Quadratmeter. Die Schule bekommt sechs Klassenzimmer und zwei Kursräume, die Platz für 120 Schüler bieten, sowie zwei Lehrerzimmer hinzu. In Besitz nehmen kann die Schule den Zuwachs allerdings erst im neuen Schuljahr. Zunächst stehen technische Restarbeiten und die Ausstattung durch die städtische Schulverwaltung an.

Auch die Schüler würden an der Neugestaltung beteiligt, wurde angekündigt. Für flexible Sitzgelegenheiten auf den Fluren und im Foyer können sie Vorschläge machen, die der Bauherr aufgreifen will.

Am Erweiterungsbau waren insgesamt 18 verschiedene Handwerksfirmen beteiligt. Zwölf kommen aus Thüringen. Sie gaben der Fassade, die nach Angaben des Architekturbüros Nitschke & Kollegen noch heller wird, auch einen Namenszug. Genau dahinter verbirgt sich ein großer Raum mit einer mobilen Trennwand. Er kann in zwei Klassenräume verwandelt, als Prüfungsraum und auch als Aula genutzt werden, wenn später der Foyerbau mit Aula und Mensa maßvoll erneuert werden.

In den ersten Abschnitt hat die Weimarer Wohnstätte als Eigentümer rund 1,9 Millionen Euro investiert. Die neuen Klassenräume setzen dabei auch Maßstäbe für die Zukunft der bestehenden: etwa mit der gleichmäßigen Beleuchtung und durch Decken mit leichter Schalldämmung. Wohnstätte-Geschäftsführer Udo Carstens bescheinigte der Schule mit dem Lehrer Mirko Riedel als Bau-Ansprechpartner eine gute Zusammenarbeit. Carstens geht davon aus, dass das Gymnasium baulich für 30 bis 40 Jahre gerüstet sein wird.

Erst mit den Sommerferien kann der zweite Bauabschnitt beginnen. Im Westen des jetzt erweiterten Hauses B wird ein Aufzug angebaut und die Schule zum einzigen Weimarer Gymnasium macht, das weitgehend barrierefrei ist. Am Foyer- und Mensagebäude selbst soll nur erneuert werden, was nötig ist. Dazu gehören eine neue Küche und mehr Licht in der Mensa.

Insgesamt geht die Stadt Weimar von Baukosten über 7,2 Millionen Euro aus. Der Freistaat Thüringen fördert das mit 2,7 Millionen Euro. – Die Schülerzahlen rechtfertigen das, betonte Anika Schams, die Leiterin des Schulverwaltungsamtes, und untertrieb damit sogar. Manche Räume, die einst für 26 Schüler ausgelegt wurden, müssten längst 28 Schüler aufnehmen.