Zum Tod von Eberhard Pfändt: Er folgte Klinsmann bis in den Bus

Weimar  Ein Nachruf auf unseren langjährigen Sportredakteur und stets hilfsbereiten Kollegen

Eberhard Pfändt bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand am 7. Juli 2004.

Eberhard Pfändt bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand am 7. Juli 2004.

Foto: Michael Blau

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Im Mai dieses Jahres war es ziemlich genau zehn Jahre her, als er seinen letzten Beitrag für die Weimarer Lokalausgabe schrieb. Anlass: der 70. Geburtstag von Weimars Torwart-Legende Klaus Dalski. Sechs Jahre später war hier von seinem eigenen Siebzigsten zu lesen. Eberhard Pfändt, unser langjähriger Lokalsport-Redakteur, ist am 19. Mai 2019 gestorben. Am morgigen Sonnabend findet die Trauerfeier für ihn statt.

Ein großer Teil seines Lebens gehörte dem Sport. Als Jugendlicher war er ein hoffnungsvoller Leichtathlet. Sein Höhepunkt sollte die DDR-Meisterschaft der A-Jugend 1963 in Weimar bleiben. Mit 18 Jahren lief Eberhard Pfändt auf der Aschenbahn des Wimaria-Stadions die 400 Meter in 50,7 Sekunden.

Er wurde Vize-Meister und kein Leistungssportler bei den Erwachsenen. Eberhard Pfändt absolvierte eine Buchdruckerlehre, wurde später Journalist. Zunächst in Apolda, später in Weimar, und er gründete eine Familie. Der Sport aber ließ ihn nie los. Vor allem dem Fußball gehörte seine Leidenschaft. Er kickte in der Bezirksklasse für Motor-Süd in Oberweimar unter Heinz Irmscher als Trainer. Die Kameraden jener Zeit blieben stets in Verbindung.

Der Sport eröffnete Eberhard Pfändt auch berufliche Möglichkeiten. Und Herausforderungen. So berichtete er nach der Wende noch 15 Jahre über den Sport in Weimar und im Weimarer Land. Was heute so leicht klingt, das war es für Menschen aus der Zeit von Handarbeit und Bleisatz gar nicht. Computer, Redaktionssysteme und digitale Datenübertragung lösten Manuskriptblatt, Schreibmaschine und Seitenpläne aus Papier ab. Gleichzeitig wurde die Zeit auch im Freizeitsport eine schnelllebige. Die Sportler aus Stadt und Kreis wussten mit „Ewie“, wie Eberhard Pfändt von den Sportfreunden genannt wurde, in der Redaktion einen Ansprechpartner, der sie auch am Abend mit ihren Anliegen nicht abwies. Wenn er helfen konnte, sagte er nicht Nein.

Neben großen Herausforderungen hielt diese Zeit für den Lokalsport-Reporter auch viele Höhepunkte bereit. Legendär ist seine Begegnung mit Jürgen Klinsmann 1995 nach dem Freundschaftsspiel des SC 1903 auf dem Lindenberg gegen Bayern München (Trainer Otto Rehagel). Den Torjäger verfolgte Eberhard Pfändt bis in den Bayern-Bus, um einen zitierfähigen Satz über die Weimarer zu erhalten (die 0:8 verloren hatten).

Bis 2009 schrieb Eberhard Pfändt immer wieder mal Beiträge für die Lokalausgabe. Weder der Ruhestand noch die Familie oder sein Garten waren aber auf Dauer der Krankheit gewachsen, die ihn zuletzt zeichnete. – Die Redaktion wird ihn in guter Erinnerung behalten.

Trauerfeier: Samstag, 8. Juni, 11 Uhr; Hauptfriedhof Weimar

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