OP-Roboter bei Rachenkrebs in Jena eingesetzt

Jena  Premiere am Universitätsklinikum Jena: Erstmals kam bei der Behandlung eines Patienten mit Rachenkrebs ein Operationsroboter zum Einsatz.

Orlando Guntinas-Lichius, Direktor der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Jena. Foto: UKJ

Orlando Guntinas-Lichius, Direktor der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Jena. Foto: UKJ

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Medizin-Premiere in Thüringen: Zum ersten Mal in den neuen Bundesländern wurde bei einem Patienten mit Zungengrundkrebs nun ein DaVinci-Operationsroboter eingesetzt.

Wie das Universitätsklinikum Jena (UKJ) mitteilte, sei der Eingriff bei einem 65-jährigen Mann an der HNO-Klinik des UKJ erfolgreich verlaufen. Zungengrundtumoren sind eine Form von Rachenkrebs und zählen zu den häufigsten Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich.

In Deutschland erkranken nach aktuellen Schätzungen jährlich rund 13 000 Menschen an Mundhöhlen- oder Rachenkrebs. Insbesondere die Anzahl der Patienten mit Rachenkrebs hat in den letzten Jahren in Deutschland erheblich zugenommen.

„Das ist eine wichtige Erweiterung unseres Therapieangebotes in der Patientenversorgung“, so Orlando Guntinas-Lichius, Direktor der HNO-Klinik am UKJ.

Arzt steuert den Roboter mit einer Konsole

„Bei solchen Eingriffen – in diesem Fall bei einem Tumor am Zungengrund – operieren wir durch den geöffneten Mund und nicht etwa durch seitliche Schnitte, wie man es eventuell von anderen Krankheitsbildern kennt. Das ist schonend für die Patienten, engt aber das Sichtfeld des Operateurs ein, denn wir schauen von oben zunächst auf die Zunge“, skizziert Guntinas-Lichius einen Grund für den Einsatz des Roboters.

Beim Eingriff mit dem DaVinci-OP-Roboter sitzt der Arzt an einer Konsole und steuert von dort die Instrumente. Eine exakte 3D-Darstellung am Bildschirm gibt einen kompletten Überblick über die Lage des Tumors und der Umgebung.

An der Jenaer HNO-Klinik werden jährlich rund 150 neue Patienten mit bösartigen Tumoren im Hals-Kopf-Bereich versorgt.

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