Leitartikel

Es lässt sich leicht schimpfen

Nils R. Kawig zur Attraktivität der Bahn.

Nils Kawig

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Foto: Andreas Wetzel

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Die Bahn ist besser als ihr Ruf. Wer häufig auf der Schiene unterwegs ist, weiß das. Andere, die vielleicht nur selten in einen Zug steigen, sehen sich in ihrer Ablehnung bestätigt, wenn dann doch irgendwas schiefläuft: Klimaanlage kaputt, Anschlusszug abgefahren, reservierter Sitzplatz in einem fehlenden Waggon – dazu kann jeder eine Geschichte erzählen.

Das sogenannte Bahn-Bashing, also das Hetzen vorrangig über die Deutsche Bahn, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Zu Unrecht, wie die gerade vorgelegte Studie eines Internetportals beweist. Mindestens beim Preis-Leistungs-Verhältnis haben Bahnfahrer gegenüber Flugreisenden oder Autofahrern die Nase vorn.

Und trotzdem bleiben dicke Kratzer im Lack der ICE-Flotte. Teilweise trägt der Staatskonzern selbst dazu bei, wenn sich seine Vorstände zum Beispiel üppige Gehaltserhöhungen gönnen, obwohl in der Bilanz ein dickes Minus steht. Teils können die Bahner aber auch machen, was sie wollen. Sie werden auf jeden Fall zum Gespött der Menschen.

Unpünktlichkeit erleben manche Reisende als persönliche Kränkung. Dabei stehen sie manchmal stundenlang im Stau auf der Autobahn, ohne darüber wie ein Rohrspatz zu schimpfen. Im Gegenteil: Das wird dann mit „höherer Gewalt“ entschuldigt.

Offensichtlich haben wir Deutsche ein ganz besonderes Verhältnis zum Bahnfahren entwickelt – ein sehr emotionales, muss man feststellen. Da helfen nackte Zahlen wie in der aktuellen Studie von „mydealz“, um wieder Sachlichkeit in die Debatte einziehen zu lassen: Preislich schlägt die Bahn das Flugzeug in acht von zehn Fällen. Gemeint sind natürlich Inlandsflüge, die von Thüringen aus selten angetreten werden. Dafür liegt das grüne Herz Deutschlands einfach zu günstig – und zwar direkt an einem wichtigen ICE-Knoten.

In acht von zehn Fällen – Bahnfahrt besser als Flug

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