Kommentar: Gefährliches Spiel

Steffen Eß über Pyrotechnik im Stadion.

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Foto: Andreas Wetzel

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Die Debatte um Pyrotechnik im Stadion bekommt weiter Zündstoff. Den Vereinen kommt es teuer. Knapp 4000 Euro Strafgeld für Zwickau, 5000 für Augsburg, 1200 für Sandhausen, 13.000 für Wolfsburg, 24.260 für Carl Zeiss, 200.000 und 120.000 Euro vorläufig für den HSV und St. Pauli. Neues Jahr, neue Zahlungsbescheide.

Allein im Dezember sprach das DFB-Sportgericht 19 Urteile wegen Zündens von Böllern und Bengalos aus. Im Januar geht es weiter. In schöner Regelmäßigkeit verhängen die Richter Strafgelder gegen Vereine wegen der verbotenen Zündelei ihrer Anhänger, die darin einen Teil des (gefährlichen) Spiels sehen.

Laut Polizei hat sich die Zahl der Verletzten durch den Einsatz von Pyrotechnik in der Saison 2018/19 gegenüber dem Jahr zuvor auf gut 150 Fälle fast verdreifacht.

Vereine stehen dem Problem hilflos gegenüber. Gezündelt wird von der dritten bis zur ersten Liga – trotz Kontrollen, trotz Verletzungsrisikos, trotz saftiger Strafen.

Der FC Carl Zeiss erklärt, alles zu tun, damit kein Feuerwerk ins Stadion gelangt, und es trotzdem nicht verhindern zu können. Den Verein träfe keine Schuld, lautet der Schluss, mit dem er ankündigt, gegen die Strafe vorgehen zu wollen.

Ob das Argument zulässt, Vereine schuldfrei zu sprechen, ist offen. Und ebenfalls, ob ein kontrolliertes Abbrennen einen Kompromiss darstellen kann. Eine Legalisierung bewirkte unter Umständen das Gegenteil, höhere Strafen nur, dass Vereine mehr berappen müssen.

Bleibt zu hoffen, dass dem einen oder anderen Fan ein Licht aufgeht, ehe die Hand an der Lunte ist.

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