Sportdirektor als rot-weißer Luxus

Marco Alles über den FC Rot-Weiß Erfurt.

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In der Regel sind es die Trainer, die den Kopf für sportliche Fehlleistungen hinhalten müssen. In Erfurt ist auch das anders. Da wurde nicht nur der Sportdirektor in die Wüste geschickt; der Trainer soll sogar noch befördert werden. Und das trotz enttäuschender zweiter Saisonhälfte mit nur 18 Punkten aus 14 Spielen sowie Platz zwölf in der Rückrunden-Tabelle.

Diese Gemengelage lässt den Schluss zu, dass es bei Bornemanns Demission gar nicht um die sportliche Entwicklung ging. Oder zumindest nicht ausschließlich darum. Dass sich weder die Clubführung noch der Geschasste zu den Gründen äußern wollen, hängt offensichtlich mit einem branchenüblichen Schweigeabkommen zusammen. Wer es bricht, muss tief in die Tasche greifen. Und wer will das schon?

Dass sich der FC Rot-Weiß in der Insolvenz und als Viertligist überhaupt einen Sportdirektor leistete, stellte zweifellos einen Luxus dar. Was dessen Verlust bedeutet, werden die nächsten Wochen zeigen. Bei den anstehenden Weichenstellungen für die nächste Saison kommt es ne­ben Kompetenz und Netzwerk auch auf das Gespür für personelle Volltreffer an. Eigenschaften, die Brdaric durchaus vereint. Spannend wird jedoch sein, wie sich eine fortwährende Doppelbelastung auf die eigentliche Trainerarbeit auswirkt.

Bei den Rasenballern und Ralf Rangnick funktionierte es jedenfalls problemlos. Aber zwischen Leipzig und Erfurt liegen auch mehr als drei Spielklassen.

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