Nächster Tiefschlag für den FC Carl Zeiss Jena

Thüringer Fußball-Drittligist unterliegt 1860 München mit 0:3. Spiel stand vor dem Abbruch. Die Partie im Schnellcheck:

Timo Gebhart (TSV 1860 München, links) gegen Jannis Kübler (FC Carl Zeiss Jena)

Timo Gebhart (TSV 1860 München, links) gegen Jannis Kübler (FC Carl Zeiss Jena)

Foto: Tino Zippel

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Kurzfazit: Dritte Niederlage in Folge für den FC Carl Zeiss Jena. Am Sonnabend verloren die Thüringer mit 0:3 gegen 1860 München.

Die Begegnung wurde von einer Spielunterbrechung zu Beginn überschattet. „Die Doppelmoral des DFB ist der Hohn. Und D. Hopp ein Hurensohn.“ Das war auf einem Plakat in der Jenaer Südkurve zu lesen. Schiedsrichter Florian Exner unterbrach nach zwei Minuten die Begegnung. Als die Fans trotz Aufforderung das Banner nicht abnahmen, schickte Exner die Teams in die Kabine.

Erst da reagierten die Ultras, nahmen das Spruchband ab und um 14.18 Uhr erfolgte der Wiederanpfiff. Auch die 1860-Fans hatten eine Botschaft an den DFB: „Etliche Male Versprechen gebrochen und Investoren in den Arsch gekrochen. Ihr macht den Fußball kaputt. Fick dich DFB.“ Sie zeigten es aber deutlich kürzer als die FCC-Anhänger.

Die Zwangspause bekam dem FC Carl Zeiss jedenfalls nicht. Unmittelbar nach Wiederanpfiff war Münchens Ex-Bundesligaprofi Timo Gebhart nach einer Ecke erfolgreich (16.). Das Defensivverhalten der Zeiss-Abwehr bei diesem Standard war einmal mehr stümperhaft. Von dem frühen Rückstand erholte sich der Tabellenletzte von der Saale auch nicht richtig. In der 32. Minute schenkte Efkan Bekiroglu von 1860 den Jenaern den 60. Gegentreffer in dieser Saison ein. Der FC Carl Zeiss mühte sich zwar, aber die Überzeugung fehlte.

In der zweiten Halbzeit wollten die Hausherren vor 5369 Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld Schadensbegrenzung betreiben. Das gelang nicht. Mit einem schön herausgespielten Konter sorgten die Münchner schon in der 55. Minute für die endgültige Entscheidung – Stefan Lex traf zum 3:0 für 1860. Gegen Gäste, die nun den Schongang eingelegt hatten, traf Jena sogar noch einmal. Aber wieder war das Pech den Thüringern hold. Der Treffer wurde nicht gegeben.

Die Zeiss-Fans riefen zwischenzeitlich übrigens auch noch mehrfach: „Dietmar Hopp, Hurensohn.“ Außerdem zeigten sie ein weiteres Spruchband: „Kritiker mundtot machen + Kollektivstrafen. Habt ihr das von Dietmars Papa gelernt?“ Einen Abbruch gab es aber nicht.

Tore: 0:1 Gebhart (16.), 0:2 Bekiroglu (32.), 0:3 Lex (55.).

Aufstellung: Gegenüber dem 2:6 in Magdeburg brachte Teamchef René Klingbeil diesmal Pierre Fassnacht, Joy-Lance Mickels und Dominik Bock von Beginn an. Auf dem Spielberichtsbogen stand übrigens Aytac Sulu als Kapitän. Offenbar ein Fehler, denn Dominic Volkmer führte die Mannschaft der Jenaer wie gewohnt aufs Feld.

Jena: Coppens – Fassnacht, Sulu, Volkmer, Obermair – Bock (59. Pagliuca), Rohr, Kübler (69. Kircher), Mickels (75. Skenderovic) – Gabriele, Günther-Schmidt.

1860 München: Hiller – Steinhart, Berzel, Wein, Willsch – Dressel, Rieder, Bekirolglu (80. Moll) – Gebhardt (72. Niemann) – Lex (58. Owusu), Mölders.

Bester Spieler: 1860-Stürmer Sascha Mölders, der im März noch seinen 35. Geburtstag feiern wird. Der Ex-Bundesligaprofi ist immer noch brandgefährlich und hat auch ein Auge für seine Mitspieler.

Ehrung: Peter Poser ist seit nunmehr 50 Jahren als Fotograf des FC Carl Zeiss Jena tätig. Dafür wurde er vor der Partie geehrt.

Hinspiel: In München waren die Jenaer im September 2019 ebenfalls chancenlos, verloren mit 1:3.

Tabelle: Der FC Carl Zeiss ist weiter abgeschlagener Tabellenletzter.

Nächste Partie: Am kommenden Sonntag empfängt der FC Carl Zeiss Jena im Ernst-Abbe-Sportfeld den Chemnitzer FC (Anstoß 14 Uhr).

Fans zeigen Anti-Hopp-Plakate – Spielunterbrechung beim FC Carl Zeiss Jena

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