1000 neue Lehrer bis Jahresende für Thüringer Schulen

Erfurt.  In Thüringen werden in diesem Jahr 1000 neue Lehrer eingestellt. Laut Lehrerverband bleibe das Stellendefizit jedoch bestehen.

In Thüringen werden in diesem Jahr über tausend neue Lehrer eingestellt. (Symbolbild)

In Thüringen werden in diesem Jahr über tausend neue Lehrer eingestellt. (Symbolbild)

Foto: Patrick Pleul / dpa

Das Thüringer Bildungsministerium rechnet noch in diesem Jahr mit 1000 neu eingestellten Lehrern. Mit Stand November liege man bei 940 Neueinstellungen, weitere 80 stünden vor dem Abschluss. Bildungsminister Helmut Holter (Linke) sprach von einem Erfolg. Neueinstellungen hätten trotz und gerade wegen der Pandemie oberste Priorität. Mindestens weitere 248 Stellen seien noch ausgeschrieben.

Weniger erfreut reagierte der Thüringer Lehrerverband. „Solche Jubelmeldungen ärgern uns eher, weil auch mit diesen Neueinstellungen lediglich ein jahrelanger Mangelzustand fortgeschrieben wird", sagte der Verbandsvorsitzende Rolf Busch.

Auch unter der rot-rot-grünen Regierung seien bis 2018 weiter Lehrerstellen abgebaut worden. Durch die aktuellen Neueinstellungen ließen sich weder das so entstandene Stellen-Defizit in den Schulen ausgleichen noch die vielen demnächst in den Ruhestand gehenden Kollegen ersetzen.

Busch: Einstellungsverfahren viel zu kompliziert und langwierig

Laut Busch fehlen Lehrer aller Fachrichtungen. Er kritisierte die Einstellungsverfahren als viel zu kompliziert und langwierig. Anders als etwa im Land Mecklenburg-Vorpommern, das Bewerbungen direkt in den Schulen ermögliche, laufe es in Thüringen nach einem Ranglistenverfahren über die Schulämter. „Ehe etwas in die Gänge kommt, sind viele Bewerber längst abgesprungen", so Busch. Noch immer seien zudem viele Stellen befristet.

Für Seiteneinsteiger forderte Busch eine Qualifizierung, bevor sie in die Schulen kommen. Aktuell liege ihr Anteil bei den Neueinstellungen bei 16 Prozent.

Die Lehrergewerkschaft verweist auf Studien über Stress und hohe Belastungen von Lehrern. Gefordert wird eine funktionierende Vertretungsreserve an staatlichen Schulen. So sollen auch Kollegien entlastet werden, die durch fast 1.000 langzeiterkrankte Lehrkräfte vielfach mehr leisten müssten, dies aber aus Personalmangel nicht oder nur durch ständige Überlast bewältigen könnten.