300 Demonstranten stellten sich in Leinefelde der NPD entgegen

Leinefelde (Landkreis Eichsfeld). Friedlich und eindrucksvoll, so wie es sich das Eichsfelder Bündnis gegen Rechts gewünscht hatte, zogen am Samstagnachmittag rund 300 Demonstranten vom Leinefelder Bahnhof zum Ohne-Sportplatz in der Südstadt, um vor Ort gegen den sogenannten Heimattag, zu dem die NPD eingeladen hatte, zu demonstrieren.

Mit bunten Fahnen, Transparenten, Trommeln und Trillerpfeifen zogen die rund 300 Demonstranten durch die Leinefelder Südstadt. Foto: Henning Most

Mit bunten Fahnen, Transparenten, Trommeln und Trillerpfeifen zogen die rund 300 Demonstranten durch die Leinefelder Südstadt. Foto: Henning Most

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Bereits zuvor hatten rund 150 Menschen an einem ökumenischen Friedensgebet in der Kirche St. Maria Magdalena teilgenommen, darunter Propst Hartmut Gremler, Regionalbischof Christian Stawenow, Landrat Werner Henning sowie Kommunalpolitiker. Einige schlossen sich danach auch dem Protestzug an.

Unterstützt wurde das Eichsfelder Bündnis gegen Rechts laut Michael Hoffmeier bei der Demo von Eichsfelder Bürgern, Vertretern demokratischer Parteien aus dem Landkreis und dem Freistaat, aber auch von Thüringer Bürgerbündnissen, Landtagsabgeordneten oder Mitgliedern der Grünen Jugend. Gesicht zeigten ferner Sozialministerin Heike Taubert, die als Privatperson gekommen war, sowie die Bürgermeister von Leinefelde-Worbis und Heiligenstadt, Gerd Reinhardt und Thomas Spielmann.

Unterstützer reisten nicht zuletzt aus Göttingen und Nordhessen an.
"Es macht keinen Spaß, Gegendemonstrationen zu organisieren, trotzdem ist es unsere Pflicht, es zu tun. Es ist wichtig, als Demokrat aufzustehen", sagte Heike Taubert und betonte, dass man "rechtsextremen Parolen und Antidemokraten keinen Platz geben dürfe".

Mit bunten Fahnen, Transparenten, Trommeln und Trillerpfeifen zogen die Demonstranten durch die Südstadt.

Vor dem Ohne-Sportplatz gab es dann unter anderem einige Redebeiträge, darunter von dem Sozialdemokraten Jakob von Weizsäcker, der die NPD-Veranstaltung als "albtraumhafte Zeitreise zurück in den dunkelsten Teil des 20. Jahrhunderts" beschrieb.

Bis auf zwei kleinere Zwischenfälle, bei denen Demonstranten auf dem Hinweg provoziert worden waren und einigen Pöbeleien Rechter auf dem Rückweg, verlief die Aktion ruhig.

"Es war unsererseits eine gelungene Aktion. Wir haben Farbe bekannt. Von der CDU bis zur Antifa waren alle dabei. Es war ein wichtiges Zeichen, das wir gesetzt haben", resümierte am Abend Michael Hoffmeier von der Eichsfelder Initiative. "Es war ein ruhiger Tag. Es ist gut gelaufen", meinte der Ordnungsamtsleiter der Stadt Leinefelde-Worbis, Günther Fiedler gegen 20.30 Uhr.

Der Demo-Verlauf im Liveticker-Format

Gegen 20 Uhr löste sich die Gegendemonstration ohne größere Zwischenfälle wieder auf.

19.15 Uhr: SPD-Europakandidat Jakob von Weizsäcker animiert am Veranstaltungsgelände der NPD: "Liebe Demonstrantinnen und Demonstranten, nehmt die Europawahl auch als eine Anti-Nazi-Demonstration wahr." Es werden noch drei weitere Redebeiträge erwartet. In einer halben Stunde soll die Demo den Rückweg antreten.

19.00 Uhr: Auf dem NPD-Veranstaltungsgelände am Sportplatz befinden sich aktuell etwa 200 Personen, informiert die Polizei.

18.53 Uhr: Die Demo ist am Veranstaltungsgelände der NPD angekommen. Die Stimmung ist etwas angespannt mittlerweile, nachdem aus einem Haus der "Hitlergruß" gezeigt wurde.

18.44 Uhr: Die Demo stockt am Hochhaus hinter der Schule. Wie im letzten Jahr zeigt jemand aus dem Fenster den Hitlergruß. Die Gegendemonstranten des "Schwarzen Blocks" skandieren dagegen.

17.37 Uhr: Kleiner Zwischenfall in der Lessingstrasse. Offenbar sind hier Gegendemonstranten bepöbelt worden. Der Zug stoppt kurz. Aber die Demonstranten, auch aus dem schwarzen Block, lassen sich nicht wirklich provozieren. Die Beamten des polizeilichen Kommunikationsteams beschwichtigen die Situation schnell.

18.31 Uhr: Die Demo nähert sich dem Ohne-Sportplatz. Die Lage ist ruhig, auch der Einsatz der Polizei wird gelobt. Mechthild Wolf vom Bündnis sagt: "Die Polizei wirkt sehr deeskalierend."

17.55 Uhr: Die Demo ist in der Jahnstraße angekommen. Jetzt redet FDP-Politiker Matthias Bollwahn. Er sagt: "Sorgt dafür, dass den Braunen nicht das Feld überlassen wird."

1 7.31 Uhr: Die Demo biegt in die Birkunger Straße ein. Viele bunte Menschen sind zu sehen. Auch Mitglieder des "Schwarzen Blocks" laufen mit und sind lautstark.

17.25 Uhr: Polizei fuhrt die Demo an. Wie in jedem Jahr.

17.22 Uhr: Die Demo startet.

17.20 Uhr: Die Demo beginnt. Taubert redete zuvor: "Demokratie macht nicht immer Spaß.

Dennoch ist es unsere Pflicht, Gegendemonstrationen zu organisieren."

17.10 Uhr: Unsere Reporter vor Ort schätzen, dass sich 200 NPD-Gegner versammelt haben. Letztes Jahr waren 600 Demonstanten nach Leinefelde gekommen.

17.07 Uhr: Sozialministerin Heike Taubert ist eingetroffen. Sie nimmt als Privatperson am Protest Teil. Die Auftaktreden beginnen jetzt.

17.02 Uhr: Letzte Anweisungen für die Ordner der Gegendemo gibt Michael Hoffmeier. Er hat die Gegendemo für 1000 Personen angemeldet. Soviele werden es wohl nicht heute. Unsere Reporter vor Ort schätzen, dass sich 200 NPD-Gegner versammelt haben. Letztes Jahr waren 600 Demonstanten nach Leinefelde gekommen.

17.00 Uhr: Der Demostart wird sich um 15 Minuten verzögern. Es wird noch

auf einen Zug aus Jena gewartet, informiert die Polizei auf Nachfrage. Die Polizeipräsenz ist stark, aber nicht so wie in den vergangenen Jahren. Man spürt ein Stück Gelassenheit.

16.55 Uhr: Die Anzahl der Demonstranten hält sich noch in Grenzen.

16.45 Uhr: Die ersten Gegendemonstranten sind am Leinefelder Bahnhof eingetroffen. Auch sind erste Plakate zu sehen. Hier wird für 17.00 Uhr eine Auftaktrede erwartet. Allerdings sind weniger Menschen bisher hier, als in den Vorjahren.

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