500 Weimarer demonstrieren gegen Rechtsextremismus

Nicht zum ersten Mal war in Weimar ein Neonazi-Aufmarsch angekündigt. Ein Bürgerbündnis versuchte auch am Samstag mit einer Kundgebung Gesicht gegen Rechtsextremismus zu zeigen. Anscheinend mit Erfolg.

Demo in Weimar: Teilnehmer einer Protestaktion gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen in Weimar. Foto: Marc Tirl/dpa

Demo in Weimar: Teilnehmer einer Protestaktion gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen in Weimar. Foto: Marc Tirl/dpa

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Weimar. Rund 500 Menschen haben laut Polizei in Weimar am Samstag lautstark gegen einen Neonazi-Aufmarsch demonstriert. Die friedliche Kundgebung seit dem frühen Samstagmorgen sei gegen 15 Uhr nach einer Spontandemonstration vom Bahnhof zum zentralen Goetheplatz beendet worden, sagte eine Polizeisprecherin. Zwar wurden gegen fünf Gegendemonstranten Platzverweise verhängt, Auseinandersetzungen zwischen den beiden Lagern habe es jedoch nicht gegeben.

Auf Seiten der 92 angereisten Neonazis mussten der Polizeisprecherin zufolge keine Anzeigen aufgenommen werden. Obwohl die Rechtsextremen eine vierstündige Demonstration angemeldet hatten, löste sich der Zug nach knapp einer Stunde auf. Gründe waren der Polizei nicht bekannt. Am 9. Februar vor 68 Jahren waren bei der Bombardierung Weimars durch das US-Militär 462 Menschen ums Leben gekommen.

"Dass 500 Menschen mit uns ein Zeichen gegen rechts gesetzt haben, ist ein Erfolg", sagte der Organisator des Bürgerbündnisses gegen Rechtsextremismus, Uwe Adler, am Samstag. Das seien deutlich mehr Menschen als bei Gegendemonstrationen der Vorjahre. Die Weimarer hatten an mehreren Gebäuden der Stadt Transparente aufgehängt. "Wir widersetzen uns" war auf einem zu lesen, "Kein Platz für Nazis - nirgendwo" auf einem anderen.

"Mit 92 Rechtsextremen waren deutlich mehr da, als in den Vorjahren, wo häufig kaum mehr als 20 gezählt wurden", sagte Adler. "Man sieht, dass sich die Szene mehr vernetzt."

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