Bürgerinitiative wird zum Verein für Thüringer Museum in Weimar

Weimar  Demonstrationszug mit Dixielandklängen durch die Innenstadt protestiert gegen Pläne zum Plündern der Sammlung   

Einstimmig: der Gründungsbeschluss des Vereins.

Einstimmig: der Gründungsbeschluss des Vereins.

Foto: Michael Baar

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Im Dorint Hotel am Beethovenplatz ist am Donnerstagabend der Verein „Freunde und Förderer des Museums für Ur- und Frühgeschichte Thüringens in Weimar“ gegründet worden. Sein Ziel leitet sich schon aus dem Vereinsnamen ab: Die Gründer des Vereins sehen Weimar als den Ort an, zu dem dieses Museum gehört.

Um das deutlich zu machen, waren zuvor etwa 150 Menschen vom Museumsportal in der Humboldtstraße 11 durch die Innenstadt zum Beethovenplatz gezogen. Die Demonstration protestierte gegen Pläne in der Landesregierung, die archäologische Sammlung aus Weimar abzuziehen und in ein landesgeschichtliches Museum in Erfurt einfließen zu lassen.

Angeführt wurde der Zug aus jungen und älteren Menschen vom MEK, dem „Musikalischen Einsatzkommando“ um Daniel Hoffmann. Die Dixieland-Klänge der Musiker unterstrichen sehr gut die satirisch gehaltenen und doch ernst gemeinten Transparente in der kleinen Demonstration. „Ich will meine Höhle behalten“, war da mit Verweis auf die Ehringsdorfer Urfrau zu lesen. Oder „Erfurt will glänzen? Aber nicht auf Kosten von Weimar.“ Ein Transparent der JU war beschriftet mit: „Das Museum bleibt hier stehn, das muss auch der Hoff einsehn!“ Ein anderes versprach: „Ich bleibe hier“ und meinte das Museum und die Frau von Ehringsdorf.

Knapp hundert Teilnehmer zogen schließlich in den Tagungssaal „Harry Graf Kessler“ im Dorint, mit dem das Hotel die Bürgerinitiative einschließlich einer Bewirtung nach der Vereinsgründung unterstützte.

Neben einer ganzen Reihe aktiver Kommunal- bzw. Landespolitiker waren auch frühere Stadträte wie Dr. Irmtraut Schmid und Bernd Nowak im Saal. Oberbürgermeister a.D. Stefan Wolf hatte sich in einer hinteren Reihe platziert. Bürgermeister Ralf Kirsten war schon im Demonstrationszug mitgelaufen, OB Peter Kleine stieß später hinzu und erklärte den Beitritt der Stadt zum Verein.

Länger als erhofft zog sich die Vereinsgründung hin. Der Beschluss über die Satzung, die den Verein aus der Taufe hob, erfolgte einstimmig. Das gelang bei der Wahl des elfköpfigen Vorstandes nicht mehr. Als Vorsitzender wurde Dr. Thomas Hartung, als seine Stellvertreter Dieter Höhnl, Julia Sieber und Jörg Geibert gewählt.

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