CDU Erfurt wählt neuen Vorsitzenden

Erfurt.  Nach 25 Jahren hat es einen Wechsel an der Spitze der CDU Erfurt gegeben. Neuer Vorsitzender ist Wolfgang Weisskopf.

Ein Selfie mit lebendiger Parteigeschichte: Thüringens CDU-Generalsekretär Raymond Walk mit der 96-jährigen Barbara Hinkel, die seit 73 Jahren in der CDU ist,  und mit der frischgebackenen Ehrenvorsitzenden der CDU Erfurt, Marion Walsmann. 

Ein Selfie mit lebendiger Parteigeschichte: Thüringens CDU-Generalsekretär Raymond Walk mit der 96-jährigen Barbara Hinkel, die seit 73 Jahren in der CDU ist, und mit der frischgebackenen Ehrenvorsitzenden der CDU Erfurt, Marion Walsmann. 

Foto: Lydia Werner

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Auf dem sehr gut besuchten Parteitag wählten die Mitglieder des CDU-Kreisverbandes Erfurt am Samstag Wolfgang Weisskopf zu ihrem neuen Vorsitzenden. Der 60-jährige Rechtsanwalt setzte sich im Tagungsraum „Erfurt“ in der Eislebener Straße mit 78 zu 69 Stimmen knapp gegen den Mitbewerber Niklas Waßmann durch. 148 Parteimitglieder hatten abgestimmt, ein Wahlzettel war ungültig.

Die bisherige Vorsitzende der CDU Erfurt, Marion Walsmann, war nach 25 Jahren in dieser Funktion nicht mehr zur Wahl angetreten. Sie wolle sich auf ihre Aufgaben als Thüringens einzige Abgeordnete im Europaparlament konzentrieren, sagte sie. Sie versprach jedoch, sich nicht von allen Aufgaben in Erfurt zurückzuziehen.

So geriet ihr Bericht auch zum Rückblick über ein Vierteljahrhundert als Kreis-Chefin und lieferte nicht allein eine Rückschau auf die ereignisreiche Zeit seit dem vorherigen Parteitag. Sie bemühte maritime Bilder wie den Strom der Zeit, einen verlorenen Kompass und ein neues Bett, welches dieser zu suchen scheint, während die „Partei um Orientierung ringt“ in Richtung von Bund und Land. Debatten über die CDU müssten aber auch in jedem Kreisverband geführt werden, betonte sie. Und: „Für das kommunale Gewässer Erfurt haben wir einen guten Kompass.“ Vom Schatzmeister, der seinen Bericht vom Kreisgeschäftsführer Daniel Beck verlesen ließ, gibt es aus finanziellen Gesichtspunkten nichts hinzuzufügen. Solide und geordnet sei die finanzielle Situation des Kreisverbandes, stellte später auch Wolfgang Weisskopf fest.

Eine große gerahmte Collage aus Fotos der vergangenen 25 Jahre hielt Michael Hose, Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat, bereit für die scheidende Vorsitzende.

Noch bevor es an die geheime Wahl des neuen Vorsitzenden ging, wurde sie in einer offenen Abstimmung zur Ehrenvorsitzenden der CDU Erfurt gekürt, ohne Gegenstimmen und mit sieben Enthaltungen. Den Antrag hatte der Ortsverband Petersberg gestellt.

Es sollte nicht die einzige Ehrung während des Kreisparteitags bleiben. Unter anderem applaudierten die Teilnehmer stehend einem Stück lebendiger Parteigeschichte: Barbara Hinkel ist seit 73 Jahren Mitglied der CDU. Und im Alter von 96 Jahren engagiert sie sich auch noch in der Erfurter Senioren-Union.

In seiner Wahlrede vor der Abstimmung äußerte sich Wolfgang Weisskopf besorgt über den Ausgang der Landtagswahlen in Erfurt. „Alles auf die Bundes- und Landespolitik zu schieben, ist zu einfach“, sagte er und plädierte für programmatisches Handeln und dafür, sich „auf unsere Stärken zu besinnen“. Zudem dürfe die CDU Rot-Rot-Grün im Rathaus nicht mehr geräuschlos und bedingungslos helfen, Löcher im städtischen Haushalt zu stopfen.

Die Grabenkämpfe in der CDU zu beenden – „am besten hier und jetzt“ – forderte er und formulierte damit auch eine der Herausforderungen, die nun auf ihn zukommen.

Am Tag danach meldete sich Jörg Orschewsky, der dem Ortsverband „Am Nordpark“ vorsteht. Er informierte über einen Antrag seines Ortsverbandes, der beim Landesvorstand eine thüringenweite Mitgliederbefragung zur Kanzlerfrage anstoßen möchte. Auf dem Kreisparteitag wurde der Antrag mit 41 Ja-Stimmen zu 30 Nein-Stimmen angenommen. Damit hat sich die Erfurter CDU mehrheitlich dafür ausgesprochen, vor dem Bundesparteitag in diesem Jahr, der den Bundeskanzlerkandidaten von CDU/CSU wählt, alle Thüringer Mitglieder nach ihrer Meinung zu befragen.

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