Meine Meinung

Randale in Jena: Einfach nur kriminell

Kai Mudra
Kai Mudra

Kai Mudra

Foto: Andreas Wetzel

Kai Mudra über die Vorfälle am 1. Mai

Nachts heimlich durch die Stadt zu schleichen und Schaufensterscheiben zu zerstören, ist nicht heldenhaft, es rüttelt politisch auch nicht auf. Das ist kriminell. Da spielt es keine Rolle, ob das hinterlassene Anarchie-Symbol authentisch oder eine falsche Fährte ist. Wer glaubt, für seinen politischen Kampf zu Guerilla-Methoden greifen zu müssen, stellt sich gegen das Gemeinwesen, gegen unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung. Eine solche Attacke kann nicht als Gesprächsangebot verstanden werden, sondern nur als das, was sie ist: als Angriff auf unsere Werte.

Zu Recht erwartet das Gros der Menschen hierzulande, dass die Polizei derartig kriminelle Angriffe konsequent aufklärt. Zum zweiten Mal sind den Einsatzkräften in der Nacht zu Sonntag die Randalierer aber entwischt.

Dass muss nicht nur an der Polizei liegen. Vielleicht hatten die Täter gute Ortskenntnis, waren auf das Anrücken der Beamten vorbereitet und wussten, wo sich der Durchschlupf befindet, um zu entfliehen.

Das alles spricht gegen besoffene Randalierer, die ihren Frust rausgelassen haben. Es spricht vielmehr für eine weitere geplante Aktion. Damit sind die Erwartungen an Polizei und Staatsanwaltschaft, die Täter zu schnappen, in die Höhe geschnellt.

Denn sollten politisch motivierte Gruppen hinter den Zerstörungen stecken, müssen Staat und Rechtssystem den Vandalen schnell Einhalt gebieten und diese zur Rechenschaft ziehen. Sonst könnte ein politischer Flächenbrand drohen. Denn anonyme Botschaften auf Kosten der Allgemeinheit und Zerstörung fremden Eigentums gehören in diesem Land nicht zum politischen Diskurs.

Das sollte angesichts der bevorstehenden Wahlkämpfe schnell und eindeutig klargestellt werden.