„Fürstenhof“: Kein Neubau ohne Sicherung des Altbaus

Eisenach  Stadt drängt Besitzer, die Rettung erhaltenswerter Gebäudeteile mit Fördermitteln schnell zu ermöglichen und beklagt mangelnde Kooperation

Das "Fürstenhof"-Ensemble: Die zwei Bauteile links dürfen abgerissen werden, das mittlere und rechte Gebäude muss der Besitzer erhalten. Foto: Sascha Willms

Das "Fürstenhof"-Ensemble: Die zwei Bauteile links dürfen abgerissen werden, das mittlere und rechte Gebäude muss der Besitzer erhalten. Foto: Sascha Willms

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Der Besitzer des "Fürstenhofs" hat angekündigt, noch in diesem Jahr mit dem Abriss von Teilen des Ensembles und danach mit dem Neubau zweier Villen im rückwärtigen Bereich beginnen zu wollen. In der Stadtverwaltung betont man hingegen, dass die Sicherung der zu erhaltenden Gebäudeteile absoluten Vorrang habe.

Die Befürchtung im Rathaus: Der "Fürstenhof" könnte noch weiter verfallen und am Ende ein kompletter Verlust werden. Besitzer Thomas Cannon hätte dann ein freies Grundstück, das wesentlich attraktiver wäre. Das von ihm jetzt geforderte "gegenseitige Vertrauen" habe man von Seiten der Verwaltung längst bewiesen, sagte Bürgermeister Uwe Möller: "Der Vertrauensvorschuss scheint aber bald aufgebraucht."

Die Stadt habe den Weg für die Sicherung frei gemacht, zahle das Sicherungskonzept, wolle zum Erhalt Fördermittel beantragen. Bei der Auswahl der Gutachter sei man Cannon ebenso entgegengekommen. Den genehmigten Abriss von Teilen des Ensembles hätte der Besitzer längst beginnen können.

Cannon habe das Gebäude dagegen seit 2005 dem Verfall preisgegeben. Jetzt weigere er sich, Sicherungsplaner per Vollmacht auf das Gelände zu lassen. "Dabei ist dies das übliche Verfahren, genau wie zum Beispiel bei der Mille oder der alten Berufsschule, wo Privatbesitzer ebenfalls geförderte Sicherungsarbeiten vornehmen ließen", sagt Stadtplanungs-Chefin Kerstin Menge.

Die Verwaltung, so Uwe Möller, wolle so schnell wie möglich die Sicherung, um den Totalverlust der Gebäude zu verhindern. Dazu müsse aber der Besitzer mitziehen. Es gebe einen strikten Terminplan: Der Entwurf für das Sicherungsprojekt soll Ende August vorliegen, im Oktober ein Vertrag abgeschlossen sein, im November die konkrete Planung folgen. Im Frühjahr soll die Sicherung beginnen.

Die Neubauten müssten warten: Eine Genehmigung für die bis zu vier neuen Stadtvillen "kann und wird nicht losgelöst von der Sicherung der Gebäudeteile 1 und 2 erfolgen".