Herschdorf: Zusätzliches Bauwerk für Digitalfunk abgelehnt

Ein neuer Funkturm auf dem Langen Berg? Da reagiert der Herschdorfer Gemeinderat allergisch. Nur zu gut erinnert man sich der Debatten vor wenigen Jahren um das Aufstellen eines Mobilfunkmasts. Doch diesmal steht kein privatwirtschaftliches Unternehmen hinter dem Vorhaben, sondern der Freistaat selbst.

Herschdorf. Verwaltungsgemeinschaftschefin Beate Misch kam mit ihrem Bericht erst einmal nicht zu Ende. Dass auf dem Namensgeber der VG, dem Langen Berg, ein 20 bis 30 Meter hoher Funkmast errichtet werden solle, wurde aus der Runde der Gemeinderäte umgehend mit einem kategorischen "spielt sich nichts ab" kommentiert. Nur zu gut konnten sich einige an die verbalen Watschen erinnern, die der Rat in der vorhergehenden Legislatur für ein zu schnelles "Ja" zu einem Mobilfunkmast von den Bürgern einstecken musste. Hätte man die VG-Vorsitzende ausreden lassen, hätte man sofort erfahren, dass es da durchaus Konsens gibt.

Hintergrund des Bauprojekts ist die beschlossene Einführung des Digitalfunks für Polizei und späterhin auch Feuerwehr und Rettungsdienste. Dementsprechend waren laut Misch an die 20 Leute, vorwiegend aus dem Thüringer Innenministerium zur Lange-Berg-Tour aufgebrochen und sich schnellstens sicher, den idealen Standort gefunden zu haben. Dicht neben dem Gipfelhaus "Höhenblick". Was sie "grundsätzlich" ablehnte. Unter anderem mit dem Verweis auf ein Vogelschutzgebiet und – einen vorhandenen Funkmast, der bislang analog den gleichen Zweck erfüllt. Der aber mit 15 Metern zu niedrig sei, wurde ihr bedeutet. Aber den könnte man ersetzen. Womit auch der "Mastbetreiber" - der Ilmkreis und dessen Brand- und Katastrophenschutzamt - leben könnten.

Aufatmen unter den Gemeinderäten. Nur Feuerwehrchef Hanjo Hergert schüttelte den Kopf. Der Ilmkreis-Mast sei noch keine zwei Jahre alt. "Ein Schildbürgerstreich", grollt er.

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