Innenminister Maier zu Halle: „Höcke trägt moralische Mitverantwortung“

München  Laut Thüringens Innenminister Georg Maier tragen die AfD und insbesondere Björn Höcke eine Mitschuld am Synagogen-Anschlag in Halle.

„Höcke (im Bild) sät genau den Ungeist, der zu dem Terrorakt von Halle geführt hat“, so Georg Maier.

„Höcke (im Bild) sät genau den Ungeist, der zu dem Terrorakt von Halle geführt hat“, so Georg Maier.

Foto: Nicolas Armer/dpa

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Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) macht die AfD sowie Thüringens Landeschef Björn Höcke mitverantwortlich für den antisemitischen und offenbar rechtsextremistischen Terrorakt von Halle. „Höcke trägt eine moralische Mitverantwortung für den Terroranschlag von Halle“, sagte Maier auf Anfrage unserer Zeitung am Rande einer Sondersitzung im Thüringer Landtag. „Höcke sät genau den Ungeist, der zu dem Terrorakt von Halle geführt hat“, so Maier.

Ähnlich äußerte sich auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Auch er gibt der AfD eine Mitverantwortung an der Tat. „Das eine sind diese schrecklichen Gewalttäter, vor denen wir uns schützen müssen, das andere sind auch die geistigen Brandstifter, da sind in letzter Zeit auch einige Vertreter der AfD in unverschämter Weise aufgefallen“, sagte der CSU-Politiker im Interview mit dem Sender Bayern 2 des Bayerischen Rundfunks.

Namentlich nannte Herrmann in diesem Zusammenhang den Thüringer AfD-Spitzenpolitiker, Björn Höcke: „Höcke ist einer der geistigen Brandstifter, wenn es darum geht, wieder mehr Antisemitismus in unserem Land zu verbreiten. Darüber müssen wir jetzt die politische Auseinandersetzung konsequent führen.“

Der Sprecher der Thüringer AfD-Fraktion, René Aust, sagte auf dem Weg zur Sondersitzung: „Wir sehen uns die Äußerungen der Innenminister von Thüringen und Bayern genau an. Wir werden uns zu einem späteren Zeitpunkt dazu in geeigneter Form äußern, voraussichtlich in einer Pressemitteilung.“

Schütze wollte in Halle Blutbad unter Gläubigen anrichten

Minister Herrmann will in den nächsten Tagen mit den jüdischen Gemeinden in Bayern prüfen, ob deren Synagogen ausreichend geschützt sind, um Angriffe wie in Halle verhindern zu können. Schon jetzt habe man die Polizeipräsenz vor den Gotteshäusern verstärkt.

Am Mittwoch hatte ein schwerbewaffneter mutmaßlicher Rechtsextremist am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, in der Synagoge in Halle/Saale ein Blutbad unter Dutzenden Gläubigen anzurichten. Der 27-jährige Deutsche wollte nach Angaben aus Sicherheitskreisen die Synagoge mit Waffengewalt stürmen, scheiterte jedoch. Danach soll der Mann vor dem Gotteshaus und in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben. Er floh vom Tatort und wurde festgenommen.

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