Keine vorgezogenen Weihnachtsferien in Thüringen – was sich trotzdem ändert

Erfurt.  Keine vorgezogenen Weihnachtsferien. Was aber dennoch in Thüringen geplant ist: Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

“Wir wollen in Thüringen differenziert vorgehen, um Bildung und Betreuung einerseits und Infektionsschutz rund um die Feiertage andererseits bestmöglich unter einen Hut zu bekommen“, sagt Bildungsminister Helmut Holter (Linke).

“Wir wollen in Thüringen differenziert vorgehen, um Bildung und Betreuung einerseits und Infektionsschutz rund um die Feiertage andererseits bestmöglich unter einen Hut zu bekommen“, sagt Bildungsminister Helmut Holter (Linke).

Foto: Martin Schutt / dpa

Keine vorgezogenen Weihnachtsferien, aber Schüler der Klassenstufen 7 und höher wechseln zwischen dem 21. Dezember 2020 und dem 10. Januar 2021 in das häusliche Lernen. Die Ministerpräsidenten haben mit der Bundesregierung Beschlüsse zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie gefasst. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu den Auswirkungen auf Thüringen. Alle aktuellen Infos im kostenfreien Corona-Liveblog.

Werden die Weihnachtsferien vorgezogen?

Nein. Die Ferien in Thüringen bleiben im geplanten Rahmen. Aber beim Unterricht soll nach Alter differenziert werden, um Bildung und Betreuung einerseits und Infektionsschutz rund um die Feiertage andererseits bestmöglich unter einen Hut zu bekommen, sagt Bildungsminister Helmut Holter (Linke).

Wie soll das konkret aussehen?

Schüler der Klassenstufen 1 bis 6 werden unterrichtet und betreut. Schüler der Klassenstufen 7 und höher wechseln zwischen dem 21. Dezember 2020 und dem 10. Januar 2021 in ganz Thüringen in das häusliche Lernen. Damit sollen die Betreuungsprobleme für jüngere Kinder vermieden werden.

Bleiben Schulen und Kindergärten im normalen Regelbetrieb der Stufe Grün?

Nein. Alle Schulen und Kitas wechseln ab dem 1. Dezember 2020 in den eingeschränkten Regelbetrieb mit erhöhtem Infektionsschutz (Stufe Gelb).

Damit ändert sich was genau?

An Kindergärten und Schulen gilt damit bis auf Weiteres das Prinzip der festen Gruppe mit festem Betreuungspersonal, um Kontakte weitestgehend zu minimieren. Damit sind Präsenzunterricht und Betreuung in möglicherweise eingeschränktem Umfang weiter möglich.

Wie wird in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit einer Inzidenz über 200 Infektionsfällen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage verfahren?

Dort verbleiben die Klassenstufen 1 bis 6 ab 1. Dezember im Präsenzunterricht beziehungsweise in der Präsenzbetreuung in festen Gruppen, soweit vor Ort nichts anderes festgelegt ist. Damit sind Präsenzunterricht und Betreuung in möglicherweise eingeschränktem Umfang weiter möglich. Für die Klassenstufen 7 und höher wird zusätzlich der Mindestabstand von 1,5 Metern auch im Unterricht angeordnet.

Was geschieht bei Schulen in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit einer Inzidenz unter 200 Infektionsfällen, die von nachgewiesenen Infektionsfällen betroffen sind?

Die Schulleitung erhält in der Schulorganisation weitgehende Handlungsfreiheit und kann je nach Lage vor Ort Maßnahmen ergreifen. Das zuständige Schulamt und das Bildungsministerium unterstützen dabei. Als äußerste Maßnahme ist im Einzelfall auch die Einführung der Maskenpflicht im Unterricht möglich. In diesem Fall sind ausreichende Pausenzeiten von der Maskenpflicht im Tagesablauf vorzusehen.

Bleiben die bereits jetzt geltenden besonderen Schutzmaßnahmen für Personen mit Risikomerkmalen bestehen?

Ja, ebenso finden die notwendigen Quarantänemaßnahmen und Kontaktnachverfolgung an Schulen und Kindergärten durch die örtlichen Gesundheitsämter bei festgestellten Infektionen weiter statt. Der Thüringer Stufenplan bleibt in Kraft und wird angewandt.

Was ändert sich damit genau?

An Kindergärten und Schulen gilt bis auf Weiteres das Prinzip der festen Gruppe mit festem Betreuungspersonal, um Kontakte zu minimieren. Damit sind Präsenzunterricht und Betreuung in möglicherweise eingeschränktem Umfang weiterhin möglich.

Wie wird in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 200 Infektionsfällen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage verfahren?

Dort verbleiben die Klassenstufen 1 bis 6 ab 1. Dezember im Präsenzunterricht beziehungsweise in der Präsenzbetreuung in festen Gruppen, soweit vor Ort nichts anderes festgelegt ist. Für die Klassenstufen 7 und höher wird zusätzlich der Mindestabstand von 1,5 Metern auch im Unterricht angeordnet.

Was geschieht bei Schulen in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit geringerer Inzidenz, in denen aber Infektionsfälle auftraten?

Die Schulleitung erhält in der Schulorganisation weitestgehend Handlungsfreiheit und kann je nach Lage vor Ort Maßnahmen ergreifen. Das zuständige Schulamt und das Bildungsministerium unterstützen dabei. Als äußerste Maßnahme ist im Einzelfall auch die Einführung der Maskenpflicht im Unterricht möglich. In diesem Fall sind ausreichende Pausenzeiten von der Maskenpflicht im Tagesablauf vorzusehen.

Bleiben die bereits jetzt geltenden besonderen Schutzmaßnahmen für Personen mit Risikomerkmalen bestehen.

Ja, ebenso finden die notwendigen Quarantänemaßnahmen und die Kontaktnachverfolgung an Schulen und Kindergärten durch die örtlichen Gesundheitsämter bei festgestellten Infektionen weiter statt. Der Thüringer Stufenplan bleibt in Kraft und wird angewandt.

Wie kommen die Beschlüsse in der Bevölkerung an?

Unterschiedlich. Der Verband kinderreicher Familien kritisiert deutlich, dass die Verantwortung auf die Eltern abgewälzt wird, wenn man erwartet, dass Kinder ab Klassenstufe 7 selbstständig zu Hause lernen, ohne zu berücksichtigen, dass etwa Erzieherinnen in Kindergärten, Ärzte und Pflegekräfte oder Mitarbeiter im Einzelhandel auch über die Feiertage arbeiten müssten.

Gibt es Verständnis für diese Haltung?

Ja, der Deutsche Gewerkschaftsbund sagt, mittlerweile wissen alle, dass Homeoffice und Kinderbetreuung nicht miteinander vereinbar sind. Eltern reiben sich auf und haben das Gefühl, weder den Kindern noch der Arbeit gerecht zu werden.

Sehen die Schüler das ähnlich kritisch?

Teils, teils. Dass nun eine klare Inzidenzgröße vorgegeben ist, ist aus Sicht der Landesschülervertretung zwar gut, weil das zu einheitlichem Vorgehen führen könnte. Allerdings wird der Wert von 200 als zu hoch und „willkürlich“ bemängelt.

Was meinen die Lehrer?

Auch Lehrerverband und Bildungsgewerkschaft GEW halten den Inzidenzwert 200 für eine Einführung des Wechselunterrichts ab Klasse 7 für zu hoch. Als „nachvollziehbar“ wird aber die Regelung über die Weihnachtsferien bewertet.

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