Landgemeindebürgermeister Stephan Klante: „Ich betrachte Harztor als Solidargemeinschaft“

Harztor.  Der CDU-Politiker spricht im Interview über Dorferneuerung, Freibäder und Klima.

Stephan Klante (CDU) versucht als Bürgermeister der Landgemeinde Harztor, es stets allen Ortsteilen recht zu machen. 

Stephan Klante (CDU) versucht als Bürgermeister der Landgemeinde Harztor, es stets allen Ortsteilen recht zu machen. 

Foto: Doreen Hotzan

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Seit 2012 lenkt Stephan Klante (CDU) die Geschicke der Landgemeinde Harztor. Gemeinsam mit unserer Zeitung ließ er das vergangene Jahr Revue passieren und blickte auf 2020 voraus.

Die Landgemeinde existiert seit 2018. Wie steht es um das Zusammengehörigkeitsgefühl?

Ich betrachte uns als eine Solidargemeinschaft und es wird jeder Ortsteil fair behandelt. Das ist nach wie vor eine große Herausforderung. Doch es kommt niemand zu kurz. Wichtig ist, dass Harztor eine starke Landgemeinde wird, dann profitieren alle Ortsteile davon. Infrastrukturmaßnahmen und das Bündeln von Synergien stehen ganz oben.

Was waren die größten Projekte, die in der Kommune 2019 realisiert wurden?

Das größte Straßenbauprojekt, das wir umgesetzt haben, war die Komplettsanierung der Northeimer Straße in Niedersachswerfen. Noch vor Weihnachten konnten die Arbeiten dort abgeschlossen werden. Die Restarbeiten – das Herstellen von Parkflächen, Markierungsarbeiten und der Aufbau der Ampelanlage – werden bis zum 30. April erfolgen. Das größte Renovierungsprojekt 2019 war der Sachswerfer Handwagen. Dort wurde für rund 100.000 Euro der komplette Küchenbereich erneuert und die veraltete Elektrik ausgetauscht. Hinzu kamen zahlreiche kleinere umgesetzte Vorhaben in den einzelnen Ortsteilen. So wurden in der Trauerhalle in Niedersachswerfen die Fenster erneuert.
In Neustadt nahmen wir uns der maroden Brücke und der Pergola am Gondelteich an. Die Oberflächenentwässerung der Straße „Am Blick“ in Herrmannsacker wurde komplett ertüchtigt. Die Straße nach Sophienhof konnte samt Beleuchtung fertiggestellt werden. Ein großer Erfolg für Harztor war auch die Aufnahme in die Dorferneuerung. Darüber konnten in Harzungen bereits Elektrosäulen für Veranstaltungen aufgestellt werden.

Wie geht es mit der Dorferneuerung in diesem Jahr weiter?

Wir werden die Planungen für die Gestaltung des Dorfplatzes in Niedersachswerfen mit einer Begegnungsstätte als Kernprojekt weiter vorantreiben und ein Konzept erarbeiten. Weiterhin beschäftigen wir uns gedanklich mit dem Dorfplatz in Herrmannsacker. Zudem soll der Ersatzneubau der Brücke über die Bere in Niedersachswerfen in Angriff genommen werden. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf schätzungsweise 250.000 Euro. Die Förderquote liegt bei 65 Prozent. Am 15. Januar werden wir den Fördermittelantrag stellen.

Welche Vorhaben stehen darüber hinaus auf der Agenda?

Wir haben uns viel vorgenommen. Vor allem wird uns in diesem Jahr der Anbau an den Kindergarten in Niedersachswerfen beschäftigen. Dort warten wir derzeit auf die Baugenehmigung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Freibädern. Nachdem im vergangenen Jahr die Filteranlage im Ilfelder Freibad ausgetauscht wurde, geht es dort nun mit der Beckensanierung weiter. Auch ein Planschbecken für Kinder soll gebaut werden.
Im Neustädter Freibad entsteht für rund 100.000 Euro ein neuer Kiosk. Und zu guter Letzt bekommt in Niedersachswerfen das Kinderplanschbecken ein Sonnensegel. Zudem wird die Liegefläche in Richtung Wiesengrund erweitert. Geplant ist zudem ein Volley- und Fußballplatz.
Auch das Wohngebiet „Eberthof“ in Niedersachswerfen wird uns weiter beschäftigen. Nachdem dort nun der Bebauungsplan steht, geht es an die innere Erschließung und die Verkehrswegeplanung, so dass wir die Grundstücke bald vermarkten können. Weiter dran bleiben wir natürlich ebenfalls bei dem Projekt Klostergut in Ilfeld. Wir sind dort bereits ein gutes Stück voran gekommen. Wir müssen nun gucken, was geht und was nicht.

Ein weiteres Projekt, das 2019 in Harztor eine Rolle spielte, war das geplante Kurmittelhaus in Neustadt. Wie geht es dort nun weiter?

Es gibt gute Neuigkeiten. Wir haben jetzt einen geeigneten Standort gefunden. Und zwar ist nun der Platz gegenüber des Neustädter Krankenhauses im Gespräch. Dort steht aktuell ein altes Schwesternwohnheim, das abgerissen werden soll. Das Krankenhaus hatte bereits im letzten Jahr Interesse bekundet, mit uns zusammenzuarbeiten. Nun geht es weiter an die Umsetzung.

Für Aufregung sorgte die Übernahme der drei Johanniter-Kindergärten in Niedersachswerfen, Ilfeld und Neustadt zum 1. August letzten Jahres. Wie läuft es?

Anfangs war alles noch turbulent, weil die Zuarbeiten durch die Johanniter doch nicht so erfolgten wie erhofft. Doch inzwischen ist die Übernahme komplett abgeschlossen, es ist Ruhe beim Personal eingekehrt. Uns war es wichtig, dass niemand größere Einschnitte hatte und dass die Kinder nicht unter der Umstellung leiden. Das ist nicht der Fall.

Im vergangenen Jahr sprachen auch alle vom Klimaschutz. Was speziell tut denn die Gemeinde Harztor künftig, um klimafreundlicher zu werden?

Wir arbeiten an der Einführung eines Ratsinformationssystems, um Papier zu sparen. Außerdem hole ich gerade Angebote von diversen Anbietern von Elektroautos ein. Ich bin am Überlegen, einige Fahrzeuge für die Verwaltung anzuschaffen.

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