Landtagswahl 2019: Thüringer Chef von DDR-Opferverband tritt aus AfD aus

Erfurt  Vereinsvorsitzender Matthias Katze war auch Direktkandidat. Der Wahlkreis in Erfurt ist damit von der Partei unbesetzt.

Symbolbild

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Foto: Silvana Tismer

Der frühere Erfurter AfD-Direktkandidat für die Landtagswahl, Matthias Katze, ist aus der Partei ausgetreten. Das sagte Landesparteichef Stefan Möller auf Anfrage der „Thüringer Allgemeinen“ (Samstagausgabe). Katze ist Vorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) in Thüringen. Laut den Informationen auf der Kandidaten-Seite im Internet, die am Freitag noch online war, saß der heute 61-Jährige in der DDR aus politischen Gründen im Gefängnis. Er sei erst im Jahr 2018 in die Partei eingetreten, teilte Katze dort mit.

Der Vereinsvorsitzende hatte sich in diesem Jahr zum Direktkandidaten für im Landtagswahlkreis Erfurt II wählen lassen, den 2014 erstmals die Linke-Landesvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow für ihre Partei gewonnen hatte. Katze war nicht über einen Platz auf der Landesliste abgesichert.

Möller sagte, dass er die schriftliche Begründung des Ex-Kandidaten für den Parteiaustritt nicht nachvollziehen könne. „Ich denke, dass auf ihn Druck ausgeübt wurde“, erklärte der Partei, ohne Details zu nennen. Katze selbst war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Partei hat keinen Kandidaten nachnominiert, seit Donnerstag ist auch die Frist für das Einreichen der Unterlagen beim Landeswahlleiter abgelaufen. Die AfD tritt nach eigenen Angaben aktuell in 41 der 44 Thüringer Wahlkreise mit eigenen Kandidaten an. Ebenfalls keine Bewerber gibt es in den Wahlkreisen Weimar II und Greiz I.

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