Linke fehlten am häufigsten bei Abstimmungen

Nur 142 der 620 Bundestagsabgeordneten haben an allen 62 namentlichen Abstimmungen teilgenommen. Das hat das unabhängige Internet-Portal Abgeordnetenwatch festgestellt. Die Regierungsparteien bleiben am wenigsten den Abstimmungen fern, da sie ihre knappe Mehrheit sichern müssen.

Spitzenreiter bei der Nichtteilnahme an namentlichen Abstimmungen in Thüringen ist Jens Petermann. Archivfoto: Michael Gottschalk/dapd

Spitzenreiter bei der Nichtteilnahme an namentlichen Abstimmungen in Thüringen ist Jens Petermann. Archivfoto: Michael Gottschalk/dapd

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Berlin. Dagegen haben Grüne eine Fehlquote von 7,6 Prozent und die Linkspartei von 14,6 Prozent. In der vergangenen Wahlperiode erschienen am häufigsten die Liberalen nicht, weil sie gegen die Mehrheit der großen Koalition sowieso nichts ausrichten konnten.

Das wenigste Interesse fand unter den Parlamentariern die namentliche Abstimmung über den Bundeswehreinsatz in Südsudan sowie jene über die Einführung bundesweiter Volksentscheide. Bei Abstimmungen fehlten jeweils sechzehn Prozent.

Auf ein Problem der kommentarlosen Auflistung dieser Abstimmungsergebnisse, die alle auf den Bundestagsinternetseiten einzusehen sind, macht Luc Jochimsen von der Linkspartei gegenüber unserer Zeitung aufmerksam. Sie selbst sei für eine vollständige Transparenz der namentlichen Abstimmungen. Zu dieser gehöre aber auch, dass der Grund der Abwesenheit offengelegt wird. Die Abgeordnete aus Erfurt musste sich nämlich einer schweren Operation unterziehen.

Ähnlich verhält es sich bei Tankred Schipanski, der von der Thüringer CDU-Landesgruppe die höchste Fehlquote aufweist. Durch einen Trauerfall in seiner Familie verpasste er allein an einem Tag fünf namentliche Abstimmungen.

Die Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt verpasste 15 Abstimmungen. Auf eine entsprechende Anfrage unserer Zeitung antwortete sie, dass bei ihren Ehrenämtern in der Evangelischen Kirche Terminüberschneidungen nicht zu verhindern seien. Sie habe aber immer alles mit ihrer bündnisgrünen Koalition abgestimmt. Die Politikerin ist Präses der Synode der Evangelischen Kirche und war Kirchentagspräsidentin.

Spitzenreiter bei der Nichtteilnahme an namentlichen Abstimmungen in Thüringen ist Jens Petermann. Neben ärztlichen Terminen weist der Linkspolitiker darauf hin, dass in kleinen Koalitionen die Termindichte sehr groß sei. Tätigkeiten in parlamentarischen und in fachpolitischen Gremien fallen auch häufig in Sitzungswochen an.

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