Mohring zu Gast bei Markus Lanz: „Wir müssen reden“

Erfurt  Der thüringische CDU-Landeschef und Spitzenkandidat trat am Dienstagabend wieder einmal bei Markus Lanz im ZDF auf. Seitdem weiß man immerhin, dass Mike Mohring immer noch die Handynummer von Björn Höcke hat.

Mike Mohring war am Dienstag in der Talk-Show von Markus Lanz zu Gast.

Mike Mohring war am Dienstag in der Talk-Show von Markus Lanz zu Gast.

Foto: Screenshot ZDF Mediathek

Mike Mohring bei Markus Lanz, die dritte Folge einer Miniserie im ZDF. Der Mann, der für die CDU in Thüringen das Ministerpräsidentenamt zurückerobern will und der, auch das muss wegen aktueller Ereignisse neuerlich Erwähnung finden, eine Krebserkrankung überstand, ließ am Dienstagabend einen lange geplanten Fraktionsempfang in Erfurt sausen, um im großen Fernsehen aufzutreten.

Schließlich sind es nur noch eineinhalb Monate bis zur Landtagswahl, da muss jede Wahlwerbegelegenheit genutzt werden. Oder vielleicht lieber nicht? In Thüringen sind sich keinesfalls alle, die aus beruflichen Gründen mit Politik zu tun haben, in dieser Frage gänzlich einig. Nicht immer hilft viel auch viel.

Aber egal: An dem Tag, an dem die sozialdemokratisch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig aus Schwerin ihre Brustkrebserkrankung öffentlich machte, muss natürlich Mohring bei Lanz noch einmal darüber reden, wie das ist, wenn man als Politiker schwer erkrankt – und dass es während der Therapie durchaus helfen kann, dass man zumindest einen Teil seines beruflichen Rhythmus beibehält.

„Mir haben die Ärzte gesagt, mache nicht das, was dir nicht mehr gefällt“, sagt Mohring und versucht dann einen Scherz: Er könne deshalb gut verstehen, dass Schwesig jetzt auf den kommissarischen SPD-Parteivorsitz verzichte. Vorsichtiges Gelächter im Publikum.

Die Art, wie der Moderator auftritt, bleibt unbedingt Geschmacksache. So lässt er sich nicht von einer inneren Stimme abhalten, den toten Guido Westerwelle zu erwähnen, der seinen letzten Auftritt bei ihm, Markus Lanz, einst hatte. „Das ist mir wahnsinnig schwer gefallen“, sagt Lanz. Nun ja.

Ansonsten kann Mohring das mitteilen, was der, der ihn öfter hört, schon recht gut kennt. „Die Leute sagen zu mir, dass ich gereift bin“, sagt er zum Beispiel. „Ich versuche, sehr authentisch zu sein.“ Er mache Politik „mit ganzer Euphorie und Empathie“ und wolle einen Beitrag dafür leisten, dass es wieder mehr Vertrauen in der Politik gebe. Ja, er wolle in der Mitte Brücken bauen, um die Menschen zurück zu gewinnen. „Wir müssen reden!“

Da, plötzlich, ohne Vorwarnung, wird Lanz zum Journalisten. „Auch mit Björn Höcke reden?“, hakt er ein. Nein, sagt Mohring, während sein Gesicht leicht einfriert. Der Moderator lässt nicht locker. Warum nicht? Jetzt wirkt der CDU-Vorsitzende aus Thüringen fast nervös. Er wolle Bilder vermeiden, sagt er, damit es dann nicht heiße, man arbeite zusammen.

Nun investigiert Lanz doch tatsächlich die Geschichte vom Herbst 2014 hervor, als Mohring vor der knappen Wahl des Ministerpräsidenten im Landtag mit Höcke Kontakt aufnahm. Ob er die Handynummer des AfD-Chefs noch habe, fragt Lanz. „Wenn die noch gilt, dann ja“, antwortet Mohring und lächelt schief. Doch er fängt sich. „Ich habe von Anfang dafür plädiert, dass man sich mit der AfD auseinandersetzen muss“, sagt er. Die Partei habe eine Menge von ihrem Märtyrerstatus bekommen, weil sie nicht inhaltlich gestellt worden sei. Applaus im Studio.

Als Sascha Lobo, der auch als Gast dabei sitzt, Höcke als Rechtsextremisten bezeichnet, wird Mohring deutlicher. „Diese AfD wird sich an den rechten Rand stellen und nicht mehr weggehen, weil der Flügel gewinnt“, sagt er. Deshalb könne es keine Partnerschaft geben.

Die Sendung plätschert danach für eine Weile dahin, Mohring bekommt noch seine direkte Kritik an der Großen Koalition und seine indirekte Kritik an der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer unter. Bemerkenswert ist hier nur die Antwort auf die Frage von Lanz, ob seine parteibefreundete Bundeskanzlerin Angela Merkel noch als Ostdeutsche in Ostdeutschland wahrgenommen werde. „Nein, glaube ich nicht,“ sagt Mohring trocken.

Es folgen noch Punkte aus dem Landtagswahlprogramm, die Rückkehrprämie für Abwanderer oder die kostenlose Meisterausbildung. Dann ist auch diese Folge der kleinen Mohring-Lanz-Serie zu Ende. Am nächsten Morgen beginnt die Landtagssitzung in Erfurt.

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