Schärfere Maskenpflicht geplant: Auch im Freien und für Betriebe

Erfurt.  An diesem Mittwoch fällt die Entscheidung: Laut einer Beschlussvorlage soll es eine strengere Maskenpflicht geben. So ist ein Mund-Nasen-Schutz auch im Freien und für Betriebe geplant.

Geht mit Maske voran: Sozialministerin Heike Werner (Linke).

Geht mit Maske voran: Sozialministerin Heike Werner (Linke).

Foto: Martin Schutt / dpa

Die Maskenpflicht soll ab Dezember verschärft werden. Laut den Plänen der Ministerpräsidenten wird sie in allen geschlossenen Räumen gelten, „die öffentlich oder im Rahmen eines Besuchs- oder Kundenverkehrs zugänglich“ seien. Darüber hinaus soll ein Mund-Nasen-Bedeckung „an allen Orten mit Publikumsverkehr in Innenstädten“ getragen werden. Dasselbe gelte in der Öffentlichkeit unter freiem Himmel, „wo sich Menschen entweder auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend“ aufhielten, heißt es der Beschlussvorlage, die dieser Zeitung vorliegt. Alle aktuellen Infos im kostenfreien Corona-Liveblog .

Vorgesehen ist auch eine Maskenpflicht in Unternehmen: „In Arbeits- und Betriebsstätten ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen.“ Diese Vorschrift gelte aber nicht am Arbeitsplatz, „sofern ein Abstand von 1,5 Meter zu weiteren Personen sicher eingehalten werden“ könne.

Zurückhaltung beim Verband der Wirtschaft Thüringens

Der Verband der Wirtschaft Thüringens reagierte zurückhaltend. „Viele Unternehmen haben bereits umfangreiche Präventionsmaßen ergriffen“, sagte Sprecherin Ute Zacharias dieser Zeitung. Zusätzliche pauschale Einschränkungen seien nicht hilfreich.

Sozialministerin Heike Werner (Linke) verwies darauf, dass der formale Beschluss das Maßnahmen erst für diesen Mittwoch auf der Beratung der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geplant sei. Das Landeskabinett werde sofort im Anschluss darüber beraten, wie die Vereinbarung umgesetzt werde. Größere Abweichungen zu anderen Ländern sollten dabei vermieden werden.

Thüringen steht in der Corona-Pandemie aktuell im Fokus. Der Landkreis Hildburghausen ist die Region mit den meisten Neuinfektionen in Deutschland. Ab diesem Mittwoch schließen dort Schulen und Kindergärten, es gelten strengere Kontaktbeschränkungen. „Die Entwicklung zeigt, wie dramatisch schnell sich das Virus ausbreitet, wenn es diffus in einem Gebiet verteilt ist“, sagte Werner dieser Zeitung.

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