Thüringen verlangt: Bund soll Funklöcher schließen

Erfurt  Nach Zahlen des Wirtschaftsministeriums sind derzeit noch rund 84.000 Haushalte im Freistaat ohne Breitbandversorgung mit einer Geschwindigkeit von mindestens 30 Mbit pro Sekunde.

Die Aufschrift „Kein Netz“ ist auf dem Bildschirm eines Mobiltelefons zu sehen (Symbolfoto).

Die Aufschrift „Kein Netz“ ist auf dem Bildschirm eines Mobiltelefons zu sehen (Symbolfoto).

Foto: Inga Kjer/dpa

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Thüringen verlangt die schnelle Gründung einer staatlichen Mobilfunk-Infrastrukturgesellschaft des Bundes. Obwohl sich die große Koalition bereits im Juni auf ein solches Projekt verständigt habe, sei bisher nichts passiert, erklärte Wirtschaftsstaatssekretärin Valentina Kerst am Sonntag in Erfurt. „Gerade in ländlichen Regionen stößt der privatwirtschaftliche Mobilfunkausbau an seine Grenzen“, begründete sie den Zeitdruck.

Um Funklöcher zu schließen, müsste die Mobilfunkgesellschaft vor allem in unterversorgten Regionen Funkmasten errichten, anschließen und betreiben. „Wir brauchen Klarheit darüber, ob und wann die Gesellschaft kommt, damit es beim 4G- und später auch beim 5G-Ausbau endlich vorangeht“, sagte Kerst nach Ministeriumsangaben.

Ihrer Meinung nach ist nicht nur beim Mobilfunk, sondern auch beim Ausbau des schnellen Internets mehr staatliche Koordination gefragt. Das bisherige System fördere bei Projekten die Rosinenpickerei durch private Telekommunikationsunternehmen und sorge für zusätzlichen Verwaltungsaufwand der Kommunen. Thüringen plane deshalb den Aufbau einer staatlichen Glasfasergesellschaft.

Nach Zahlen des Wirtschaftsministeriums sind derzeit noch rund 84.000 Haushalte im Freistaat ohne Breitbandversorgung mit einer Geschwindigkeit von mindestens 30 Mbit pro Sekunde. Ihre Zahl habe sich seit 2017 zwar mehr als halbiert, ihr Anteil an allen Haushalten liege jedoch noch bei acht Prozent.

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