Thüringer Landtag berät NSU-Abschlussbericht auf Sondersitzung

Erfurt  Zur Sitzung am 1. Oktober dieses Jahres sollen auch die Hinterbliebenen der zehn Mordopfer der rechtsextremen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ eingeladen werden.

Blick in den Plenarsaal des Landtages in Erfurt (Archivbild)

Blick in den Plenarsaal des Landtages in Erfurt (Archivbild)

Foto: Bodo Schackow/ dpa

Der Thüringer Landtag berät auf einer Sondersitzung den NSU-Abschlussbericht. Das hat der Ältestenrat des Parlaments nach Information dieser Zeitung beschlossen. Zur Sitzung am 1. Oktober dieses Jahres sollen auch die Hinterbliebenen der zehn Mordopfer der rechtsextremen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ eingeladen werden.

Damit kommend die Thüringer Abgeordneten voraussichtlich Anfang Oktober das letzte Mal zu einer Plenardebatte zusammen. Am 27. Oktober wird in Thüringen ein neuer Landtag gewählt.

Der zweite NSU-Untersuchungsausschuss hat in seinem noch nicht veröffentlichten Abschlussbericht unter anderem eine enge Verflechtung zwischen Neonazis und Kriminellen in Thüringen festgestellt. Erneut wird die Arbeit der Sicherheitsbehörden scharf kritisiert.

Die Sicherheitsbehörden hätten die im Januar 1998 untergetauchten späteren Rechtsterroristen Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt anhand ihrer Erkenntnisse finden müssen.

Allerdings sei es nicht gelungen die vielen Einzelinformationen zusammenzuführen.

CDU und AfD haben in der letzten Ausschusssitzung vergangenen Donnerstag dem Abschlussbericht nicht zugestimmt und Sondervoten angekündigt.

Der NSU-Ausschuss untersucht seit 2015 zum zweiten Mal die Arbeit vor allem von Polizei und Verfassungsschutz bei der Suche nach den drei aus Thüringen stammenden Rechtsterroristen, die zwischen 2000 und 2011 unter anderem zehn Morde sowie 15 Raubüberfälle begangen haben sollen.

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