Linke-Ministerin Keller als Thüringer Landtagspräsidentin nominiert

Erfurt.  Ex-SED-Funktionärin soll am 26. November vom Landtag gewählt werden – Zustimmung signalisiert.

Die Wahl Birgit Kellers zur Landtagspräsidentin ist für die erste Sitzung des neu gewählten Landtags am 26. November geplant.

Die Wahl Birgit Kellers zur Landtagspräsidentin ist für die erste Sitzung des neu gewählten Landtags am 26. November geplant.

Foto: Martin Schutt / Martin Schutt/dpa

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Die Thüringer Linke will die bisherige Infrastrukturministerin Birgit Keller für das Amt der Landtagspräsidentin vorschlagen. Sie wäre die erste linke Politikerin an der Spitze eines deutschen Parlaments. Keller soll an diesem Mittwoch von der Landtagsfraktion nominiert werden. Die Fraktionsvorsitzenden von SPD und Grünen signalisierten am Dienstag nach Informationen dieser Zeitung bei einem internen Treffen ihre Zustimmung. CDU und FDP wollen den Vorschlag in ihren Fraktionen besprechen. Die AfD war nicht eingeladen.

Bisher nur CDU-Präsidenten

Die Wahl Kellers ist für die erste Sitzung des neu gewählten Landtags am 26. November geplant, dies ist laut Landesverfassung der letztmögliche Termin. Der Linken steht als größter Fraktion das Vorschlagsrecht für die Besetzung des Postens zu. In den 29 Jahren seit der Wiedergründung Thüringens hatte es nur Präsidenten und Präsidentinnen von der CDU gegeben.

Birgit Keller, 60, trat mit 18 Jahren in die SED ein und war bis 1989 Mitarbeiterin von Kreisleitungen der damaligen Staatspartei und der Jugendorganisation FDJ. Parallel dazu studierte sie Gesellschaftswissenschaften. Nach der Wende arbeitete sie als Erzieherin und betrieb einen Tankanlagenservice. 2009 zog sie in den Landtag ein, 2012 wurde sie Landrätin im Landkreis Nordhausen. 2014 ernannte sie Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) zur Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft.

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