Prozess nach Überfall in Altenburg: Notorische Lügnerin löst Kriminalfall aus

Gera.  Ein Vater spricht vor Gericht Klartext über seine Tochter, die eine Vergewaltigung erfunden hat und so einen jungen Mann ins Unglück stürzt.

Die 19-jährige Angeklagte sitzt im Gerichtssaal.

Die 19-jährige Angeklagte sitzt im Gerichtssaal.

Foto: Tino Zippel

Ein mehrfacher Nasenbeinbruch und eine gebrochene Augenhöhle. Das sind die Folgen für einen Mann, der von einer Frau zu unrecht einer Vergewaltigung bezichtigt wurde. Nun hat der Vater der 19-Jährigen, die den Übergriff in Altenburg ausgelöst hat, vor Gericht von den Problemen seiner Tochter gesprochen. „Sie lebt in ihrer Welt und versucht, für ein paar Minuten im Mittelpunkt zu stehen“, sagt der 40-Jährige.

„Das konnte hinten und vorne nicht stimmen“

Die junge Frau hatte einen Bekannten aus Altenburg der Vergewaltigung beschuldigt. „Das konnte, so wie sie es erzählt hat, hinten und vorne nicht stimmen“, sagt der Vater im Nachgang. Auch eine Untersuchung im Altenburger Klinikum widerlegte die Behauptungen des Mädchens, das schließlich bei der Polizei eingestanden hatte, gelogen zu haben.

„Meine Tochter ist zwar auf dem Papier 19 Jahre alt, aber im Kopf neun bis zehn Jahre“, sagt der Vater. „Über Jahre haben wir mit ihr gekämpft, dass sie das verdammte Lügen lässt.“ Durchs Schwindeln habe sie ihren ganzen Freundeskreis verloren, war bereits in psychologischer Behandlung.

Längst widerlegte Vorwürfe neu aufgetischt

Doch lange nach Einstellung des Ermittlungsverfahrens wegen Vergewaltigung tischte sie ihre Vorwürfe erneut auf, diesmal in einer Runde mit ihrer Mutter, deren Lebensgefährten und einem Bekannten. Der wollte, stark alkoholisiert, gleich die Sache hinterfragen und verabredete sich via Whatsapp mit dem angeblichen Vergewaltiger.

Ein Zeuge bestätigt, dass sich alle vier mit dem jungen Mann getroffen haben und dass jener nach dem Treffen aus Mund und Nase blutete. Eine Arbeitskollegin des Opfers erinnert sich an den Tag im Januar 2020: „Er stand blutüberströmt von oben bis unten bei mir in der Tür und hat vor Angst und Schmerzen gezittert“, sagt die Altenburgerin. Zunächst habe er der Polizei erzählt, dass ihn unbekannte Jugendliche überfallen haben – aus Angst vor dem nun Hauptangeklagten.

Geldforderung via Whatsapp geschickt

Jener legte per Whatsapp mit Schmerzensgeldforderungen nach, erkundigte sich nur beiläufig zum Gesundheitszustand des Opfers, das wegen der schwerwiegenden Verletzungen nach Leipzig verlegt wurde: „Erstens: Keine Bullen! Zweitens: 100 Euro monatlich für anderthalb Jahre und 500 Euro zusätzlich. Besser so als Gericht, sonst musst du mehr zahlen als Schmerzensgeld“, schrieb er dem Geschädigten, der schließlich doch Anzeige bei der Polizei erstattete.

Der Vater der 19-Jährigen nimmt sie aber in Sachen Geldforderung in Schutz. Sie komme nicht auf solche Ideen. Das klinge ihm eher nach der mitangeklagten Mutter, mit der er nicht mehr liiert ist. „Sie kenne ich seit 20 Jahren, die Frau war immer chronisch pleite.“

Das Landgericht Gera setzt den Prozess am 28. Oktober fort.

Brutale Attacke und Erpressung nach erfundener Vergewaltigung