Kirchenkreis Bad Frankenhausen-Sondershausen vor neuen Herausforderungen

Sondershausen.  Die evangelische Kirche im Kyffhäuserkreis steht vor weiteren Stellenkürzungen in den kommenden Jahren. Die ehrenamtliche Arbeit ist wichtig.

Superintendent Kristóf Bálint spricht auf der letzten Kreissynode dieser Legislatur in der Cruciskirche

Superintendent Kristóf Bálint spricht auf der letzten Kreissynode dieser Legislatur in der Cruciskirche

Foto: Andrea Hellmann

Die Herausforderungen für die evangelische Kirche im Kyffhäuserkreis sind groß, auch in den kommenden Jahren. Das machte Superintendent Kristóf Bálint am Freitagabend auf der voraussichtlichen letzten Kreissynode dieser Legislatur deutlich. „Jährlich sterben mehr Gemeindeglieder als Menschen getauft werden, ziehen mehr Gemeindeglieder in andere Bundesländer als wieder zuziehen. Die Folge ist, dass die Evangelische Kirche Mitteldeutschland jedes Jahr circa 20.000 Gemeindemitglieder verliert, also circa die Anzahl von Gemeindegliedern eines mittleren Kirchenkreises“, sagte Bálint in seinem Abschlussbericht.

Nachdem bereits in dieser Legislatur zweimal der Stellenplan überarbeitet worden sei, müssten ab 2020 und bis 2025 weitere Stellen gestrichen werden. Immer weniger Mitglieder bedeuten auch weniger Gelder für den Kirchenkreis Bad Frankenhausen-Sondershausen, sagte Elke Pohlke bei der Vorstellung des aktuellen Haushaltsplans. 14.265 Gemeindemitglieder hat der Kirchenkreis derzeit. Hinzu kommt, dass die Landeskirche die Vorgabe für die Anzahl von Gemeindemitgliedern pro Pfarrstelle von 1200 auf 1375 erhöht hat. Auch das habe Auswirkungen auf den künftigen Stellenplan und werde mit deutlichen Stellenkürzungen einhergehen, hieß es im Bericht des Stellenplanausschusses.

Gegen eine Kürzung bei den Kantorenstellen für 2020 sprachen sich die Synodalen auf ihrer Sitzung aus. Ein halbes Jahr lang solle nach einer Lösung für die vierte Kirchenmusikerstelle gesucht werden, deren Stundenzahl reduziert werden soll. Ziel solle es sein, die Kirchenmusik in voller Größe zu erhalten. In den vergangenen Monaten seien dafür schon Ideen entwickelt worden.

Langfristig müsse sich der Kirchenkreis über Kooperationen oder eine Fusion Gedanken, sagte Bálint. Besser man nutze die Zeit jetzt, um nicht den Zeitpunkt zu verpassen und dann nur noch reagieren, statt agieren zu können. Überlegungen gebe es schon, erste Ergebnisse sollen auf der Herbstkreissynode im kommenden Jahr dargestellt werden. Spätestens 2021 müsse eine Entscheidung getroffen werden.

Um die zunehmende Verwaltungsarbeit in den gewachsenen Pfarrbereichen für die Pfarrer zu erleichtern, sollen diese Arbeit künftig Verwaltungsmitarbeiter übernehmen. Immer wichtiger wird in den Gemeinden auch die Arbeit der Ehrenamtlichen. 389 aktive Kirchenälteste gibt es in Gemeindekirchenräten und Beiräten. Auch viele andere Gemeindemitglieder engagieren sich und halten wöchentlich Andachten, säubern die Kirche, stellen frische Blumen auf den Altar, versorgen Senioren und Kinder bei ihren Treffen und Fahrten, lobt der Superintendent. 52 aktive Lektoren gebe es überdies im Kirchenkreis, die Lesegottesdienste halten.

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