45,8 Millionen Euro werden in Duderstädter Krankenhaus St. Martini investiert

Duderstadt.  In das Duderstädter Krankenhaus St. Martini wird in den kommenden sechs Jahren viel Geld investiert.

Das Duderstädter Krankenhaus erhält einen Anbau.  Im Bild:  Geschäftsführer Markus Kohlstedde und der Ärztliche Direktor Dr. Udo Iseke.

Das Duderstädter Krankenhaus erhält einen Anbau.  Im Bild: Geschäftsführer Markus Kohlstedde und der Ärztliche Direktor Dr. Udo Iseke.

Foto: Eckhard Jüngel

Das Duderstädter Krankenhaus St. Martini rüstet sich für die Zukunft. „Wir investieren“, sagt Geschäftsführer Markus Kohlstedde. In den kommenden sechs Jahren soll die stattliche Summe von 45,8 Millionen Euro in ein großes Bauprojekt fließen. Und es gibt ein positives Signal: Ein Förderbescheid in Höhe von sieben Millionen Euro der insgesamt beantragten 20 Millionen für den ersten Bauabschnitt ist bereits eingegangen. Ein weiterer Antrag für Abschnitt zwei über 16 Millionen Euro ist gestellt. Doch auch in die eigene Tasche muss man greifen, und zwar tief. Um die Weichen zu stellen, müssen 9,8 Millionen Euro an Eigenmittel aufgebracht werden.

Ein starker Verbund

Stark gemacht für die Neuausrichtung, die St. Martini beschreiten will, hatte sich auch der Elisabeth-Vinzenz-Verbund, zu dem die Einrichtung gehört. Dieser umfasst 15 Krankenhäuser, neun Medizinische Versorgungszentren sowie neun Bildungs- und vier Altenpflegeeinrichtungen in sieben Bundesländern.

„Unser Ziel ist es“, erklärt Markus Kohlstedde, „das Krankenhaus so zu strukturieren, dass es den künftigen Herausforderungen entspricht.“ Im Laufe der Jahre habe es immer wieder bauliche Veränderungen gegeben, doch nun habe das Haus eine Struktur, die nicht optimal für ein modernes Krankenhaus sei. Ein wichtiges Anliegen ist es daher, die bestehenden Stationen so umzugestalten, dass sie funktionsfähiger, die Abläufe effizienter, die Wege für Mitarbeiter und Patienten kürzer werden. Zudem sollen weitere Funktionsbereiche zentralisiert und kompensiert werden. Beispielsweise ist geplant, Notaufnahme und Funktionsdiagnostik im Erdgeschoss zusammenzulegen. Ein Grund dafür ist, dass immer mehr ambulante Patienten versorgt werden müssen. Denn deren Zahl steigt. Und Markus Kohlstedde weiß auch, warum: Mancher, dem es zu lange dauert, bis er einen Termin beim Facharzt bekommt, geht in die Notaufnahme. Darauf reagiert das Krankenhaus und bereitet sich vor. Denn in den kommenden Jahren dürfte sich dieser Trend fortsetzen.

Der Betrieb in St. Martini würde in der Bauphase auch nicht gestört, weil es sich ja um einen Anbau handele. „Mit den 50 Prozent, die neu dazu kommen, haben wir am Ende ein neues Haus“, meint der Geschäftsführer, der die Abschnitte vor Augen hat: die Neukonzeption der Pflege und Fachdisziplinen im ersten und den zweiten, bei dem es unter anderem um einen neuen Zentral-OP-Bereich mit Sterilisation und Aufwachbereich geht.

Von all den Plänen profitieren aber nicht nur Patienten, Mediziner und Mitarbeiter, sondern auch die Besucher, denn neben einem neu gestalteten Eingangsbereich wird es auch eine große Cafeteria geben. Am Ende der sechsjährigen Bauphase – zuerst waren neun Jahre veranschlagt – davon ist der Geschäftsführer überzeugt, hat man einiges zur Verbesserung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum getan. Denn Kohlstedde geht davon aus, dass der Bedarf an Altersmedizin steigt und es künftig mehr Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen geben wird.

2020 beginnen die ersten zwei Baumaßnahmen: der Umbau startet und die letzten Patientenzimmer bekommen Duschen.

Nicht zuletzt ist im Zuge der Neustrukturierung eine Erhöhung der Bettenzahl auf 155 anvisiert. Die Statistik von 2017 weist 140 aus.

Schon heute, berichtet Markus Kohlstedde, habe das Haus eine Auslastung von 93 Prozent. Seit vier Jahren schreibe man schwarze Zahlen.

Um den Standort zu stärken, wurde unter anderem 2018 eine ambulante Radiologiepraxis eröffnet und die Zusammenarbeit mit der Firma ottobock intensiviert.

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